Externe Gehäuse für Network Direct Attached Storage

NDAS reizt Ethernet-Bandbreite für Festplattenzugriff aus

22.02.2008 | Autor / Redakteur: Peter Hempel / Rainer Graefen

Co-World bietet »Sharedisk« an, ein Gehäuse für Network Direct Attached Storage.

Unter der Bezeichnung Sharedisk bietet das deutsche Unternehmen Co-World Diskgehäuse an, die auf Technik des US-amerikanischen Herstellers Ximeta basieren. Die Besonderheit des Produkts steckt in einem Chip, der etwa 80 bis 90 Prozent der Ethernet-Bandbreite für schnelle Übertragungen nutzen kann. Die logische Direktverbindungstechnik, vom Hersteller »Network Direct Attached Storage« genannt, kann zwar auch im LAN eingesetzt werden, ist dann aber wie bei anderen Protokollen durch konkurrierende Zugriffe nur noch normal schnell.

Network Direct Attached Storage (NDAS) nutzt ein eigenes Protokoll, um per Ethernet Daten zu einem externen Speicher zu übertragen. Patentinhaber Ximeta nennt das Übertragungsprotokoll LPX.

Auf Client-Seite bindet ein Treiber das Netzlaufwerk wie ein örtlich installiertes SCSI-Laufwerk ein – mit allen Vor- und Nachteilen. Herausragend sind dabei die Geschwindigkeitsvorteile.

Schneller Zugriff durch Reduzierung

Anders als bei NAS-Geräten muss kein Server die angeforderten Daten für ein Netzwerkprotokoll aufbereiten. Der Hersteller gibt Geschwindigkeitseinbußen gegenüber einer lokalen Festplatte von unter zehn Prozent an, sowohl bei den Lese-/Schreibraten wie auch bei der Zugriffszeit.

Das bedeutet mit einer durchschnittlichen SATA-Festplatte rund 60 Megabyte pro Sekunde Schreib-/Leserate und rund neun Millisekunden Zugriffszeit – die laut Empfehlung des Hersteller von maximal 16 Clients dynamisch genutzt werden sollten.

Denn der Zugriff funktioniert laut Hersteller auch über aktive Netzwerk-Hardware wie Router und Switches hinweg. Somit kann der Netzwerkspeicher parallel von Windows-, Mac-OS- und Linux-Clients genutzt werden.

Kein Zugriff ohne Treiber

Einen Nachteil darf man nicht verschweigen: Da das Format proprietär ist, werden Treiber auf den Clients benötigt. Sie stehen nur für eine begrenzte Anzahl von Betriebssystemen bereit. Neben allen gängigen Microsoft-Betriebssystemen inklusive deren 64-Bit-Versionen werden Mac OS X und Linux unterstützt. Ein Zugriff auf die Datenspeicher per LAN oder WLAN wird netzwerkfähigen Beamern oder ähnlichen Endgeräten allerdings verwehrt bleiben.

Der deutsche Technologiepartner Co-World hat für kleinere Filialen ein externes Gehäuse mit der Bezeichnung Sharedisk im Angebot. Darin kann ein beliebiges SATA-II-Laufwerk installiert werden. Ein externes Netzteil versorgt den Massenspeicher mit Strom, und neben dem Gigabit-Ethernet-Port stehen ein USB-2.0-Anschluss und eine eSATA-Buchse zur Verfügung.

Zugriffsbeschränkung während der Installation

Auf dem Gehäuse befinden sich separate Schreib- und Lese-Schlüssel, die bei der Treiberinstallation abgefragt werden. Ohne sie kann auf das Laufwerk nicht zugegriffen werden. Dieser Mechanismus soll den fehlenden Zugriffsschutz per Passwort ersetzen, den NAS-Appliances normalerweise bieten. Ein externer Zugriff per Internet ist prinzipbedingt nicht möglich.

Da die Sharedisk-Festplatten mit den Dateisystemen der Clients formatiert werden, können sie auch, etwa bei einem Gehäuseschaden, direkt in den Rechnern betrieben werden.

Zwei Gehäuse lassen sich in einem Netzwerk physikalisch getrennt voneinander aufstellen. Die Client-Rechner können die beiden aber dennoch per Software-RAID zusammenfassen. Die Controller in den Single-HDD-Gehäusen unterstützen RAID 0, 1 und JBod. Den Verkaufspreis für ein Leergehäuse gibt Co-World mit 200 Euro an.


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