Praxistipp

Das ist beim Wechsel von Band- auf Disk-Backups zu beachten

15.12.11 | Autor / Redakteur: Brien M. Posey (Übersetzung: Nico Litzel) / Nico Litzel

Wechsel von Tape- zu Disk-Backups erfordert viel mehr Planung, als man zunächst annehmen könnte.
Wechsel von Tape- zu Disk-Backups erfordert viel mehr Planung, als man zunächst annehmen könnte.

Wenn ein Unternehmen erst einmal entdeckt, wie gut Festplatten-basierende Backups funktionieren und sich so viele Probleme lösen lassen, die mit Tape-Backups auftreten, dann ist es verlockend zu sagen „raus mit dem Alten, rein mit dem Neuen“. Ganz so leicht ist es allerdings leider nicht, denn der Wechsel von Tape zu Disk erfordert viel mehr Planung, als man zunächst erwarten könnte.

Wenn man eine Disk-Backup-Appliance anschafft, dann empfehle ich, diese zunächst in einer Testumgebung auszuprobieren. Es mag verlockend sein, das Gerät gleich in der Produktivumgebung einzusetzen, das kann aber leicht zu massiven Problemen führen.

Die Zuverlässigkeit der neuen Backup-Lösung in der Produktivumgebung steht im Vordergrund. Wenn die Datensicherung nicht so klappt, wie Sie sich das vorstellen – und das kann leicht passieren, etwa durch einen Konfigurationsfehler – dann kann es am Ende dazu führen, dass Sie keine brauchbaren Backups mehr haben.

Daher empfehle ich eine Testumgebung, die ähnlich Ihrer Produktivumgebung aufgebaut sein sollte. So können Sie die neue Backup-Lösung in Ruhe einrichten, konfigurieren und gründlich testen, ehe Sie diese dann in Ihrer Produktivumgebung einsetzen.

Vorsicht vor Konflikten

Wichtiger ist es, die neue Backup-Lösung zu testen, anstatt zu versuchen, das neue System und die bereits vorhandene Lösung miteinander zu verbinden. Der Grund: Wenn man zwei verschiedene Backup-Lösungen gleichzeitig laufen, so werden sie sich in die Haare kriegen! Bei File-Servern kann es passieren, dass beide Lösungen versuchen werden, das Archiv-Bit Ihrer Dateien zu verändern. Dieses Bit wird häufig verwendet, um zu bestimmen, was gesichert werden soll. Bei Exchange-Servern hingegen kann eine Backup-Lösung ihren Job erledigen und dann die Transportprotokolldateien löschen – und das, noch ehe die andere Backup-Lösung eine Sicherungskopie erstellen konnte.

Wenn Sie Tests fahren, dann sollten Sie berücksichtigen, dass es wahrscheinlich eine Phase gibt, in der beide Lösungen koexistieren werden (dann sollten Sie aber die alten Backup-Jobs deaktivieren, um die eben erwähnten Probleme zu vermeiden). Das gilt es, zu berücksichtigen. Zudem sollten Sie sichergehen, dass sich die Agenten nicht in die Quere kommen!

Bestimmen Sie den Backup-Bedarf

Der nächste Schritt besteht darin, den Backup-Bedarf zu ermitteln. Werfen Sie dazu einen Blick in Ihre vorhandenen Backup-Logs, um festzustellen, was bisher gesichert wurde, und einschätzen zu können, was unter Umständen geändert werden muss. Ihren alten Backup-Zeitplan können Sie dabei getrost ignorieren, denn Disk-Backups laufen nahezu in Echtzeit ab. Der Zeitplan kann aber auch Verborgenes ans Licht bringen. So müssen beispielsweise viele Unternehmen Archivierungsfristen einhalten. Solche Archive müssen getrennt von den regulären Backups berücksichtigt werden.

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