Fachhandel vermisst robuste, preiswerte Speicherprodukte

Stimme aus dem Handel: »Wohin mit den Daten?«

22.01.2009 | Autor / Redakteur: Achim Heisler, Geschäfsführer von A-H-S / Regina Böckle

Achim Heisler, Geschäftsführer von A-H-S
Achim Heisler, Geschäftsführer von A-H-S

Firmen, die Festplatten als Primär- und Sekundärmedien nutzen, um ihre Daten zu speichern, haben unruhige Nächte vor sich. Denn hier häufen sich die Defekte. Der Fachhandel fordert bezahlbare Alternativen vor allem für SMB-Kunden. Wie sie aussehen könnten, erläutert A-H-S Systemhausgeschäftsführer Achim Heisler.

Die Meldungen der vergangenen Tage über die reihenweise auftretenden Probleme mit Seagate-Platten verschiedener Baureihen (IT-BUSINESS berichtete) haben mich wieder einmal aufgeschreckt. Denn der Kern des Problems für uns Fachhändler ist die Tatsache, dass sich in den vergangenen Jahren alle Hersteller solche Fauxpas geleistet haben. Somit stellt sich für mich die Frage, welchen Hersteller ich mit gutem Gewissen im SMB-Bereich noch anbieten kann?

Dass der Support im Fehlerfalle oftmals reibungslos funktioniert und professionell abgewickelt wird, ist leider nur ein schwacher Trost. Denn wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, kann der Rest nur noch Schadensbegrenzung sein.

Die Problematik, die sich seit Jahren stellt, liegt in der immer weiter auseinanderklaffenden Kapazitäts-Schere zwischen Primär- und Sekundärspeichermedien begründet. Bei den Primärmedien sind wir mittlerweile im Terabyte-Bereich angekommen. Dies verführt auch kleinere Unternehmen zu hemmungsloser Datensammelwut. Denn neben der Kapazitätserhöhung ist auch der Preis pro Megabyte stark gesunken. Diese Daten müssen nun aber auch gesichert werden (ich rede hier nicht von einer systematischen Archivierung, denn dies ist ein eigenes Thema). Heute geschieht dies im Allgemeinen ebenfalls auf externen Festplatten als Sekundärmedium. Jetzt stelle ich mir gerade den Kunden vor, der auf beiden Ebenen gerade Seagate-Platten der betroffenen Serien im Einsatz hat. Dies dürfte für unruhige Nächte sorgen.

Warum SAN und NAS keine echten Alternativen sind

Die Lösung kann im SMB-Bereich nicht in teuren SAN- oder NAS-Lösungen aus dem Profibereich liegen, da das Budget dafür nicht vorhanden ist. Auch Lösungen aus der DLT- beziehungsweise Bandroboter-Abteilung sprengen jeden Kostenrahmen. Seit der Zeit, in der eine ganze Festplatte auf eine CD passte, ist es keinem Sekundärmedium mehr gelungen, eine handhabbare, preiswerte Alternative zur Festplatte darzustellen. Und wenn ich die Entwicklung der Festplattenausfälle betrachte, scheint es einen Trend zu geben, der die Langlebigkeit des Mediums Festplatte in Frage stellt.

Wie die Lösung aussehen könnte

Da die IT-Industrie immer auf der Suche nach neuen Produkten ist, gebe ich heute mal wieder eine Anregung: Wir brauchen ein preiswertes, sicheres Sekundärmedium zur Datensicherung von höchster Kapazität. Dies muss weder besonders klein noch besonders leicht sein, sondern robust gegen äußere Einflüsse und langzeitbeständig. Ob das dann bei unseren Kunden als Sekundär- und sogar als Terziärmedium plaziert wird, hängt dann von den Ansprüchen des Kunden ab. Führen wir den bisherigen Verlauf aber so weiter, dann rechne ich den nächsten Jahren mit erheblichen Datenverlusten. Und diese werden auch bei SMB-Kunden immer schmerzhafter werden, da auch dort viele Prozesse ohne IT nicht mehr – oder nicht in ausreichender Menge – durchführbar sind.

Nachdem es in den letzten Jahren nur Ankündigungen (beispielsweise holographische Speicher), aber keine marktfähigen Produkte gab, würde mich eine Feedback aus Herstellersicht – gerne auch im Online-Forum von IT-BUSINESS – besonders interessieren.

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2018957 / Technologien & Lösungen)