Zeiten des Umbruchs in der Internet-Welt

Stimme aus dem Handel: Das Ende der Unschuld

| Redakteur: Katrin Hofmann

Achim Heisler ist Geschäftsführer des Systemhauses A-H-S.
Achim Heisler ist Geschäftsführer des Systemhauses A-H-S.

Achim Heisler, Geschäftsführer des Systemhauses A-H-S, blickt kritisch auf die aktuelle Entwicklung des Internets im Zuge der Kommerzialisierung und fragt sich, wie es weitergehen müsste, um die gefährdete Freiheit der Internetnutzer zu erhalten.

Nicht erst seitdem die Marketingmaschinen den Cloud-Hype verkünden, müssen wir alle feststellen, dass wir uns in einer Zeit des Umbruchs befinden. Wie in einem Rausch wurden dem User über Jahre neue Welten im Allzeit-bereit- und Alles-kostenlos-Internet versprochen. Und in der Anfangszeit des Netzes schien auch alles möglich. Millionen willfähriger Content-Produzenten fluteten das Internet mit immer neuen Inhalten und Programmen.

Doch langfristig ergeben sich einige Probleme in diesem Modell. Die Ansprüche (auch an „Umsonst-Content“ ) und damit die Einstiegshürden werden immer höher. Das heißt, der initiale Aufwand zur Erstellung steigt stark an.

So wundert es nicht, dass viele Open-Source-Projekte, Foren und Social-Media-Platformen von Schülern und Studenten getragen werden, die sich um die knappsten Ressourcen (Zeit und Geld) wenig Gedanken machen müssen. Aber auch sie werden erwachsen und die Prioritäten ändern sich. Projekte sterben oder verlieren wichtige Entwickler, weil die sich um Ihre Lebensplanung kümmern wollen (oder müssen).

Plötzlich gehts ums Geld

So konnte ich unlängst in einem Diskussionsforum die Aussage einer Entwicklergruppe lesen, dass sie die Quellen vorerst nur noch solchen Firmen zur Verfügung stellen, die Geld dafür bezahlen, denn auch sie müssten Essen und Miete finanzieren. Vielfach habe ich das Gefühl, das sich die Entwickler schämen, wenn sie für Ihre Leistung Geld verlangen wollen.

Aber da kann ich sie trösten, denn auch wenn es viele überrascht, es ist keine Schande, mit seinem Wissen Geld zu verdienen. Das Problem der Entwickler ist nachvollziehbar, da sie und ihre Software im Umfeld von Open Source gewachsen sind. Sie müssen nun Ihren Kunden die Illusion des Alles-kostenlos-Internets und altruistischer, genialer Software-Entwickler nehmen. Dies kann für beide Seiten ein schmerzhafter Prozess sein, wenn die bisherigen Nutzer und Forenschulter-Klopfer ihre Solidarität auch in Euro ausdrücken sollen. Diese Entwicklung wird auch bei den Big Playern (Facebook, Twitter und Co.) deutlich, die ihre Content-Produzenten auch noch als Trägermaterial für Ihre Werbeflut benutzen wollen. Denn Sie haben ja noch nicht einmal ein Produkt und existieren nur auf der Grundlage kostenfreier Inhaltslieferanten.

Warum aus Sicht Heislers manchem Internet-Konzept ein tragfähiges Geschäftsmodell fehlt und was er sich wünscht, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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