Ein Kommentar von A-H-S-Systemhaus-Chef Achim Heisler zur Piratenpartei

Stimme aus dem Handel: Augenklappen für alle?

30.07.2009 | Autor / Redakteur: Achim Heisler, A-H-S / Regina Böckle

Achim Heisler. Geschäftsführer des Systemhauses A-H-S, hier (noch) ohne Augenklappe.
Achim Heisler. Geschäftsführer des Systemhauses A-H-S, hier (noch) ohne Augenklappe.

Achim Heisler, Geschäftsführer des Systemhauses A-H-S, geht in seinem Kommentar der Frage nach, inwiefern die Piraten-Partei auch für die IT-Branche zu einem echten Gewinn – oder zu einer Luftnummer geraten könnte.

Normalerweise sind meine Kommentare zwar unpolitisch, aber es bricht eine Welle der Politisierung über die IT-Insel der Glückseligen herein. Es ist eine Chance für uns IT-ler, eine politische Stimme zu bekommen. Deshalb möchte ich einfach mal schauen, ob hier nicht wieder nur eine Menge heißer Luft produziert wird.

Bisher hat die Lobby der IT in der Politik kein wirkliches Gewicht. Die Entscheidungsträger stimmen zu Themen ab, von denen sie wenig bis gar keine Ahnung haben und werden dabei von unterschiedlichsten Interessengruppen beeinflusst. Eine Partei wie die Piraten könnte auf diese Prozesse mit fachlicher Expertise Einfluss nehmen und vielleicht Schlimmeres verhindern.

Die Gruppierung der Piraten hat in der Frühphase ihrer Existenz den wichtigen Vorteil der nicht vorhandenen Altlasten. Keine einzige ihrer Führungskräfte besteht aus verurteilten Steuersündern oder Korruptionsverdächtigen. Dies gibt der Partei einen Vertrauensvorsprung vor den anderen. Denn was die etablierten Parteien gerne ignorieren, ist die Tatsache, dass die Politikverdrossenheit sich nicht nur aus mangelndem Interesse ergibt, sondern für viele aus nicht vorhandenen Alternativen (personell wie auch programmatisch).

Weiterhin besitzt die Partei aufgrund ihrer Mitgliederstruktur sicherlich das beste und schnellste Informationssystem für ihre Mitglieder. Auch die Präsenz im Web und die Verbreitung über neue Kanäle sollte ihnen besser als den anderen gelingen. Dass solche Vorteile nicht unwesentlich sind, hat der amerikanische Wahlkampf deutlich gezeigt.

Kein Licht ohne Schatten

Aber wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten. Und so lauern gerade in der jetzigen Phase des schnellen Wandels viele Gefahren. Der Hauptkritikpunkt ist sicherlich die mangelhafte Zielpublikumsbreite: Sich nur auf das IT-Thema zu beschränken wird langfristig nicht ausreichen, um für ein breiteres Publikum wählbar zu sein.

Ebenfalls besteht die Gefahr, durch schnelles und unkontrolliertes Mitgliederwachstum zu einem Sammelbecken für Spinner und Ausgestoßene anderer Parteien zu werden. Ein Politiker wie Thauss schadet hier sicher mehr als er nützt.

Auch werden „Richtungskriege“ leider dazu führen, dass extreme Minderheiten-Positionen sich im Programm der Partei manifestieren. Mittelfristig ist ebenfalls darauf zu achten, sich nicht in den programmatischen Allgemeinfloskeln der etablierten Parteien zu verlieren und somit das eigene Profil zu verwässern.

Was sich Achim Heisler von den Piraten wünscht und wie das zu erreichen wäre, erläutert er auf der folgenden Seite.

Inhalt des Artikels:

  • Seite 1: Stimme aus dem Handel: Augenklappen für alle?
  • Seite 2: Wunsch-Zettel

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