26.12.2008 | Autor / Redakteur: Jacob Gsoedl / Nico Litzel

Disaster Recovery und virtuelle Maschinen: Der dritte und letzte Teil behandelt Open-Source-Hypervisoren und Datensicherungsalternativen.
Zwar werden auf Xen basierende Open-Source-Hypervisoren auch von Novell, Oracle, Red Hat, Sun und weiteren Linux-Distributionen bereitgestellt. Das größte Anwenderinteresse genießen jedoch der Citrix XenServer und Virtual Iron vom gleichnamigen Hersteller. Xen läuft, wie auch Hyper-V, auf Unix-ähnlichen Betriebssystemen. Aber im Gegensatz zu Hyper-V werden VM-Dateien auf unformatierte Disks geschrieben, was eine Herausforderung für Datensicherungs-Tools darstellt, die Dateiänderungen überwachen und sichern. Das Problem ist, eine logische Festplatte auf Blockebene zu erkennen. „Wir mussten extra einen Treiber installieren, um die virtuellen Images von Xen replizieren zu können“, sagt Roudebush.
Der Xen-Hypervisor unterstützt eine Live-Migration von laufenden virtuellen Maschinen, aber das geschieht nicht über ein virtuelles Dateisystem wie VMFS. Stattdessen kommen NFS-Mounts auf gemeinsam genutztem Speicher zum Einsatz, wenn virtuelle Maschinen von einem Host auf einen anderen verschoben werden. Um einen einzelnen virtuellen Server zu verschieben, ordnet XenServer jedem virtuellen Disk Image eine LUN zu, setzt dann in Speichersystemen Funktionen wie Backups und Snapshots ein und klont schließlich das Laufwerk.
Innerhalb der verschiedenen Xen-Hypervisoren bietet der von Virtual Iron die umfangreichsten Verwaltungswerkzeuge. Das Unternehmen versucht das anzubieten, was auch VMware offeriert. „Wir sind interessant für Kunden, denen VMware zu teuer ist. Wir bieten vergleichbare Management Tools wie VMware, aber das zu einem Drittel günstiger“, wirbt Chris Barclay, Director Produkt Management bei Virtual Iron.
Unternehmen setzen verschiedene Disaster-Recovery-Strategien für virtuelle Server um, abhängig vom eingesetzten Hypervisor, von der Hardware vor Ort und von den Erwartungen hinsichtlich Recovery Time Objectives (RTO) und Recovery Point Objectives (RPO).
In kleinen bis mittelgroßen Firmen mit nur wenigen virtuellen Servern werden häufig Backups von virtuellen Maschinen gezogen und diese dann im Katastrophenfall im Ausweichrechenzentrum wiederhergestellt. Da man sie auf fast jedem Server wiederherstellen kann, auf dem die Hypervisor-Software läuft, sind Hardware-Anforderungen wie beim Recovery physischer Server kein Thema mehr. Da man darüber hinaus mehrere virtuelle Maschinen auf einem einzigen Host wiederherstellen kann, braucht man weniger Hardware im Ausweichrechenzentrum. Dadurch sinken die Gesamtkosten fürs Disaster Recovery.
Weiter mit: Backup-Agenten erhöhen die Rechenlast
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