Von Cloud-Skeptikern und Zug-Aufspringern

Wie Google Enterprise mit Apps und Search-Produkten das Cloud-Paradigma voran treibt

25.06.2010 | Redakteur: Stefan Riedl

Kai Gutzeit ist Head of Google Enterprise DACH.

Für viele ist Cloud Computing nur ein Hype, über den viel zu viel geschrieben wird. Kai Gutzeit, Head of Google Enterprise DACH, kann das nicht verstehen. Bei Google sind wolkige Zeiten längst Arbeitsalltag.

ITB: Welche Produkte und Services verkauft Google über den indirekten Vertriebskanal?

Gutzeit: Alle Produkte aus unserem Geschäftsbereich Google Enterprise werden auch indirekt vertrieben. Darunter fallen Search- und Geo-Produkte sowie Apps aus der Google Apps Premier Edition.

ITB: Die Search-Produkte beziehen sich auf Informationsmanagement in Unternehmen, richtig?

Gutzeit: Ja. In erster Linie geht es hierbei um die Google Search Appliance, kurz GSA. Wir nutzen hier unser Know-how in Sachen Such-Algorithmus, indem wir Appliances mit entsprechender Software ausstatten. Im Gegensatz zur Web-Suche sind diese Appliances auf Unternehmensinhalte optimiert, wie sie beispielsweise im Intranet, CRM- und ERP-Systemen, Fileservern oder weiteren externen Datenquellen zu finden sind.

ITB: Und bei den Geo-Produkten wird Geo-Content, beispielsweise aus Google Earth, vermarktet?

Gutzeit: Richtig. Hier geht es um die Einbindung von Google Earth und Google Maps. Denken Sie beispielsweise an einen Store-Location-Finder, den Unternehmen in ihren Internet-Auftritt integrieren können. Oder an Geomarketing. Beispielsweise hat die GB Consite GmbH, ein Spezialist für Geo-Lösungen im Bereich der so genannten Regional Intelligence, auf Basis der Google Maps API Premier, ein Produkt namens „Online Standortcheck“ entwickelt. Damit prüfen die Unternehmenskunden neue oder bestehende Standorte auf die Tragfähigkeit hinsichtlich ihres Geschäftsmodells.

ITB: Bleiben noch die Büro-Applikationen…

Mit Google Apps tritt das Unternehmen in direkte Konkurrenz zu den Büro-Applikationen von Microsoft, verfolgt dabei aber einen strikteren Cloud-Ansatz.
Mit Google Apps tritt das Unternehmen in direkte Konkurrenz zu den Büro-Applikationen von Microsoft, verfolgt dabei aber einen strikteren Cloud-Ansatz.

Gutzeit: Die Google Apps Premier Edition umfasst cloud-basierte Messaging- und Kooperationssysteme. Hierunter fallen: Google Mail, unser web-basierter E-Mail-Service, Google Kalender, ein gemeinsam nutzbarer Kalender für Event-Organisation und Projektmanagement, Google Talk für Instant Messaging, Chat und IP-Telefonie, Google Sites für die Erstellung von Team-Webseiten für web-basiertes Informationsmanagement sowie Google Docs, eine cloud-basierte Office-Suite für dokumentenbezogene Zusammenarbeit per Internet-Browser. Damit können Dokumente, Tabellenkalkulationen und Präsentationen gemeinsam bearbeitet werden.

ITB: Google Docs ist ein gutes Beispiel für eine neue Dimension der Konkurrenz zwischen Microsoft und Google, die weit über den Suchmaschinen-Wettbewerb hinaus geht. Während Google Apps von Anfang an in der Cloud beheimatet waren, trimmte Microsoft seine Büro-Suite Office 2010 für die Wolke zurecht und ermöglicht Collaboration der Nutzer bei Files, die in einem Microsoft-Rechenzentrum gehalten werden. Wie beurteilen Sie die Wettbewerbs-Situation?

Gutzeit: Wir begrüßen es, dass Microsoft mit Cloud-Offerten nachgezogen ist. Wir fühlen uns dadurch in unserem Business-Modell bestätigt.

ITB: Welche Möglichkeiten haben Systemhäuser und Reseller mit Google zusammenzuarbeiten? Wie sieht das Partnerprogramm aus?

Gutzeit: Für alle drei Produktgruppen gibt es eigene Reseller-Programme, wobei in jedem zwei grundsätzliche Formen der Zusammenarbeit vorgesehen sind. Im Rahmen eines Google-Enterprise-Partnervertrages spezialisieren sich unsere Partner auf die technische Implementierung unserer Technologien. Hier geht es also um technische Zertifizierungen, damit Such-Appliances, Geo-Produkte oder Google Apps in Fremdsysteme oder Unternehmensprozesse implementiert werden können. Der Kunde kauft in diesem Fall die Produkte selbst über das Internet. Dann gibt es aber noch die Möglichkeit eines Reseller-Vertrages, der auch den Produktverkauf im Sinne von Handelsware vorsieht.

ITB: Lassen sie uns über das Tagesgeschäft eines Google-Systemhauses sprechen. Welche Wertschöpfung wird hier geleistet?

Gutzeit: Die Wertschöpfung weicht kaum vom klassischen Systemhausgeschäft ab, nur dass es eben um Google-Produkte geht. Bei allen drei Produktbereichen aus dem Google-Enterprise-Umfeld geht es letztlich um Beratung, Planung, Implementierung, Konfiguration, Customizing, User-Schulungen und Wartung.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum Tagesgeschäft als „Google-Reseller“, zum Vergütungssystem sowie zum Partnerprogramm.

Wer ist Kai Gutzeit?

Google-Apps für Unternehmen


Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)



Spamschutz 

Bitte geben Sie das Resultat dieser Rechenaufgabe (Addition) ein:
Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2045401)

IT-BUSINESS Newsletter-Vorschau
Zum Beispiel-Newsletter

Abonnieren Sie den täglichen Newsletter IT-BUSINESS Today!

Sie erhalten kostenlos und pünktlich jeden Morgen und Mittag die aktuellsten News, Hintergründe und Personalien aus dem IT-Markt.

>> Hier geht es weiter zur Registrierung