Die falsche Windows-Edition ist herausgeworfenes Geld

Blade- oder Rack-Mount-Hardware bei Windows Server 2008?

20.02.12 | Autor / Redakteur: Bill Kleyman, Ralph Beuth / Ulrike Ostler

Ob Blade- oder Rack-Mount-Hardware bei Windows Server 2008 ist keine Frage des Geschmacks, sondern der Notwendigkeit.
Ob Blade- oder Rack-Mount-Hardware bei Windows Server 2008 ist keine Frage des Geschmacks, sondern der Notwendigkeit.

Die Windows Server-Plattform ist ein facettenreiches, skalierbares Betriebssystem mit hoher Performance für Anwendungen, Workloads und virtuelle Instanzen. Doch viele Admins wissen gar nicht, dass es sieben Editionen der Windows Server 2008 R2-Plattform gibt, mit jeweils sehr spezifischen Ausstattungsmerkmalen. Und wenn ja, welche ist die richtige?

Windows-Server-Umgebungen sind jeweils nach den Anforderungen einer Infrastruktur skalierbar. Der wichtigste Punkt dabei ist, dass Hardware und Edition zusammen passen müssen.

Nachdem jede Edition zudem unterschiedliche Kosten verusacht, sollte erstens jeder Entscheider wissen, welche Features im Rechenzentrum benötigt werden und zweitens ob die gegenwärtige oder auch neue Hardware diese unterstützt. So ist in einem Windows Rechenzentrum häufig die Frage, ob die Server in einer Blade-Chassis-Umgebung wie „Cisco UCS“ oder als Cluster von Rack-Mount-Geräten wie den „HP Proliant“-Maschinen laufen sollen.

Vielzahl von Virtualisierungs- und Hosting-Lösungen

Häufig wählen Admins eine Server 2008 R2-Edition nur um erkennen zu müssen, dass ihre vorhandene Hardware-Plattform kein einziges der Kern-Features umsetzen kann. In diesem Fall wird viel Geld ohne jeglichen ROI ausgegeben.

Denn die Performance des Windows-Server-Betriebsystems steht immer bereit. Die zugrunde gelegten Hardware-Komponenten klaffen bei der Unterstützung einer Vielzahl von Virtualisierungs- und Hosting-Lösungen jedoch weit auseinander.

Die zwei Haupt-Editionen

Standard: Diese Edition gilt als gutes Basis-Betriebssystem für die meisten Rechenzentren, die eine Vielzahl der Features von Windows Server 2008 R2 wirksam einsetzen wollen. Es ist dafür konzipiert, die Zuverlässigkeit und Flexibilität einer Server-Infrastruktur durch Zeit- und Kostenersparnis zu verbessern.

Enterprise: Diese Edition bildet die nächsthöhere Stufe über der Standard-Ausgabe. Die Betriebssystem-Plattform verspricht noch kosteneffektivere und zuverlässigere Unterstützung für mission-critical Workloads. Zudem bietet sie innovative Features zur Virtualisierung, Energie-Einsparung und Manageability und erleichtert mobilen Mitarbeitern den Zugang zu Unternehmensressourcen.

Die Spezial-Editionen

Foundation: Diese Variante empfiehlt sich als kostensparende Einstiegstechnik für Small-Business-Anwender und IT-Generalisten. Sie ist vergleichsweise preiswert und einfach einzurichten, außerdem bewährt und zuverlässig. Faindation taugt für die gängigsten Geschäftsanwendungen ebenso wie für den Austausch von Informationen und Ressourcen.

Datacenter: Diese Enterprise-Class-Plattform für geschäftskritische Anwendungen und Virtualisierung im großen Maßstab bedient kleine und große Server. Diese Edition legt eine Basis zum Aufbau einer Virtualisierung in Großunternehmens beziehungsweise für eine hohe Skalierbarkeit.

Web: Web Server 2008 R2 ist eine stabile Web-Anwendung und Service-Plattform. Aufbauend auf „Internet Information Services“ (IIS), Version 7.5, und ausdrücklich als Internet-zugewandter Server konzipiert, bietet sie verbesserte Administrierbarkeit und Diagnose-Tools zur Reduzierung von Infrastrukturkosten in Verwendung mit einer Vielzahl populärer Entwicklungsplattformen.

HPC: Dies ist eine spezielle Edition und dient als Grundlage zur umfassenden und kostensparenden Lösung zur Erschließung von High-Performance-Computing-Potentialen. HPC Server 2008 R2, die dritte Generation der HPC-Software von Microsoft, ist leicht in bestehende IT Infrastrukturen integrierbar und erlaubt Anwendern den Zugriff auf HPC-Ressourcen unter vertrauter Windows-basierter Technik. Mit einem straff integrierten und dedizierten Cluster sowie parallelen Entwicklungs-Tools rund um „Visual Studio 2010“ können Entwickler stabile und skalierbare HPC-Anwendungen leicht und schnell konstruieren.

Itanium: Diese für „Itanium“-basierte Systeme gebaute Edition liefert eine Enterprise-Class-Plattform zum Betrieb geschäftskritischer Anwendungen. Windows Server 2008 R2, „SQL Server 2008 R2“ und die aktuelle Palette der Developer Tools plus des damit zusammenhängenden .NET Framework sind die letzten Schritte jeder Produktlinie zur Unterstützung des Intel Itanium Prozessors und verwandter OEM Server-Plattformen.

Die Wahl der richtigen Hardware-Plattform

Bei der Arbeit mit einer spezifischen Edition von Windows Server 2008 R2 werden Hardware-Gesichtspunkte bedeutend. Einige spezielle Features bei Server 2008 R2 müssen mit den Fähigkeiten der Hardware korrelieren.

Zum Beispiel ist das Austauschen (Hot Replacement) und Hinzufügen von CPU und Memory ein nicht zu unterschätzendes Feature in den Editionen Datacenter, Itanium und (teilweise) Enterprise. Wichtig ist hierbei, dass dies auf Betriebssystemebene unterstützt wird und nicht durch die Hardware. Im Kontakt mit einem Hardware-Anbieter ist also auf Spezifikationen zu achten, die jeweils die Features des Betriebssystems unterstützen.

weiter mit: Skalierbarkeit versus Performance

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