Chancen und Grenzen von SaaS aus Sicht eines Systemhauses

»Software as a Service ist kein Allheilmittel«

12.11.2008 | Autor / Redakteur: Achim Heisler von A-H-S Computer / Regina Böckle

Achim Heisler, Geschäftsführer A-H-S Computer
Achim Heisler, Geschäftsführer A-H-S Computer

Angesichts der euphorischen Erwartungen, die Software-Anbieter, Distributoren und Marktanalysten mit dem SaaS-Modell verbinden, ist es nur konsequent, dass hier die Verbindung zum »Cloud Computing« geschaffen wird. Himmelhochjauchzende Prognosen lösen bei Fachhandelspartnern aber auch Skepsis aus. Hat doch die IT-Branche schon so manches Killer-Thema aufs Podest gehoben, um später ernüchtert festzustellen, dass die Umsätze nicht ganz so schnell und so hoch fliegen wie die Hoffnungen - eine kritische Stimme aus dem Fachhandel.

Saas ist keine Krankheit... – aber es ist auch kein Allheilmittel. In letzter Zeit ist sehr viel zu Software as a Service geschrieben worden und unterschiedliche Standpunkte wurden beleuchtet. In der Hoffnung, dass sich auch dieses Buzzword tot läuft, wollte ich mir einen Kommentar eigentlich ersparen. Aber dann musste ich in der Presse einige Artikel lesen, die mich besonders aufgeregt haben.

In einem ersten Artikel wurde von der Skepsis von Larry the-»Oracle«-Allison gegenüber SaaS berichtet. Wer mich kennt weiß, dass ich nicht in Verdacht stehe, ein Freund von Larry zu sein, aber mit seinen Aussagen zum Potenzial traf er durchaus meine Ansicht (es mag natürlich auch daran liegen, dass Oracle momentan zum Thema nichts Passendes im Portfolio hat).

Aber was musste ich zwei Seiten weiter lesen: »Einsparpotenzial durch Saas bis zu 90 Prozent«. In diesem Augenblick beschleunigte sich mein Puls mal wieder auf 200. Wer stoppt endlich diese gemeingefährlichen Marketing und Sales-Kanonen mit ihren (in)haltlosen Äußerungen? Erleben wir nicht gerade alle sehr schmerzhaft, wohin solche Laberblasen und verbalen Leerverkäufe uns führen?

Alle fordern die Managerhaftung, ich fordere die Höchststrafe für solche Lichtgestalten aus dem Sales und Marketing, die momentan möglich ist: Versetzung in den Bank- oder Automobilvertrieb. Dort können sie sich bei garantierter Erfolglosigkeit den Lohn für ihre Arbeit abholen. Ich gebe zu etwas zu pauschalisieren, aber wer wie ich seit 20 Jahren in der Branche schon einige Schweinezyklen mitgemacht hat, reagiert allergisch auf solche Aussagen. Und in den letzten Jahren werden es immer mehr und immer dreistere. So gewinnt man fast den Eindruck, dass auch hier der Ehrliche der Dumme ist.

Chancen und Grenzen von SaaS

Aber zurück zu Saas: Ich sehe durchaus Einsatzpunkte zum Beispiel im Security-Bereich. Dort haben die Hersteller erkannt, dass einige lokale Services an Ihre Grenzen stoßen. Diese als Service anzubieten und zentral bereit zu stellen, ist eine vernünftige Idee, die sich auf viele Sekundärleistungen abseits der Produktivanwendungen übertragen lässt.

Aber gerade für die zentralen Bereiche meiner IT kann ich dies nicht so einfach tun. Was bei den geschönten Einsparpotenzialrechnungen gerne vergessen wird, ist der erheblich erhöhte Infrastrukturaufwand, den ich zum Erhalt meines Service-Levels betreiben muss.

Was passiert denn, wenn ich den konsequenten Schritt gehe und meine Office-, Backoffice- und Telefonanlagensystem (VoIP) als Service an den Provider auslagere. Fällt auch nur ein Baustein auf dem Weg bis zum lokalen Rechner aus, sind meine Mitarbeiter total offline. Die schöne ADSL-Leitung reicht dann nicht mehr aus, sondern SDSL mit SLA muss her, redundant bei zwei verschiedenen Providern und ein Fallback mit UMTS. Für die Telefonie muss ein zweiter Netzkreis her, und alle Geräte (Switche, Router) müssen Quality of Service sicherstellen, um die Sprachbits zu priorisieren.

Rechne ich diese Kosten mit in meine Kalkulation, fordere ich den Autor des 90-Prozent-Artikels auf, mir dies einmal vorzurechnen. Denn die meisten meiner Kunden besitzen eine solche Infrastruktur nicht.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wo die Chancen für den Fachhandel liegen können.

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