Betriebssystem-Umstellung leicht gemacht!

So vermeiden Sie Fehler bei der Migration von XP auf Windows 7

| Autor / Redakteur: Sebastian Weber / Andreas Donner

Eine Migration von Windows XP auf Windows 7 birgt viele Stolperfallen
Eine Migration von Windows XP auf Windows 7 birgt viele Stolperfallen

Der Startschuss für die Migration von Arbeitsplatzrechnern von XP auf 7 ist in vielen Unternehmen spätestens mit dem Service Pack 1 für Windows 7 gefallen. Doch ein Migrationsprojekt birgt neben vielen organisatorischen Herausforderungen auch einige technische Stolpersteine. Wir zeigen, welche!

Dieser Beitrag greift auf die Erfahrungen aus zahlreichen erfolgreich durchgeführten Migrationsprojekten zurück und zeigt einige der größten Fehler auf, die es auf dem Weg zu Windows 7 zu vermeiden gilt.

Die erste Entscheidung eines Unternehmens bei einem Migrationsprojekts ist vermutlich, auf welche Variante von Windows 7 überhaupt migriert werden soll. Für Unternehmen kommen von den sechs Editionen hier eigentlich nur die Professional- oder Enterprise-Variante in Frage, wobei letztere funktional mehr oder weniger der Ultimate-Edition entspricht. Bei der Auswahl der passenden Edition kommt es letztlich darauf an, ob die Zusatzfunktionen der größeren Version benötigt werden und somit den Mehrpreis rechtfertigen.

Variante: 32 oder 64 Bit?

Schon etwas schwieriger ist die Entscheidung zwischen der 32- und 64-Bit-Variante. Denn hier kommt es sehr darauf an, was die im Unternehmen eingesetzte Hardware sowie die Anwendungen unterstützen. Gibt es für wichtige Hardware keine 64-Bit-Treiber oder laufen bestimmte Anwendungen nicht unter Windows 7 64-Bit, ist dies beispielsweise ein guter Grund für die 32-Bit-Version.

Andererseits hat die 64-Bit-Version in bestimmten Bereichen auch enorme Vorteile. In einem Migrationsprojekt, das Aagon Consulting bei einem Zulieferer der Automobilindustrie begleitete, dauerte beispielsweise die Berechnung eines Autoteils in Autocad LT unter Windows XP rund zwei Tage. Auf identischer Hardware benötigte dieselbe Kalkulation unter Windows 7 und der 64-Bit-Version von Autocad LT lediglich 25 Sekunden.

Mit Ausnahme von Spezialanwendungen gilt heute die Faustformel: Wer mehr als vier GByte Arbeitsspeicher benötigt oder in den nächsten Jahren benötigen wird, sollte sich die 64-Bit-Version näher ansehen und seine Anwendungen darunter genau testen. Für alle anderen sollte die 32-Bit-Version ausreichen.

Alternativ ist auch ein paralleler Betrieb beider Versionen möglich und denkbar. Jedoch sollte man dabei nicht vergessen, dass dies den nachfolgenden Aministrationsaufwand deutlich erhöht. Denn dann muss die IT unter anderem zwei Betriebssysteme unterstützen, Applikationen für die Softwareverteilung doppelt paketieren und auch den Helpdesk für entsprechende Anfragen ausrüsten.

Parallel-Migration auf Office 2010

Manche Unternehmen nutzen die Migration auf Windows 7 gleich dazu, auch ihr Microsoft Office flächendeckend auf die aktuelle Version 2010 zu bringen. Hier fällt die Entscheidung zwischen 32- und 64-Bit heute noch leicht. Denn selbst Microsoft empfiehlt über entsprechende Warnmeldungen bei der Installation mehr oder weniger direkt, Office 2010 64-Bit nicht zu benutzen.

Ein Grund sind wohl massive Probleme bei der Kompatibilität von Makros. Doch selbst wer keine Makros einsetzt, sollte noch die Finger vom 64-bittigen Office 2010 lassen, wenn Outlook zum Einsatz kommt. Denn Stand heute gibt es große Inkompatibilitäten bei der Synchronisation zwischen Outlook 2010 64-Bit und Mobiltelefonen, und sogar Microsofts eigene CRM-Software verweigert zur Zeit noch die Zusammenarbeit mit dem neuen Personal Information Manager aus dem selben Haus.

User Account Control

Unternehmen haben an Windows XP unter anderem so lange festgehalten, weil die neuen Sicherheitsfunktionen von Windows Vista ihre Benutzer mit vielen und vor allem lästigen Rückfragen verunsichert hätten. "Schuld" daran war die so genannte User Account Control (UAC), die eigentlich Spyware und Trojanern statt Anwendern das Leben erschweren sollte.

Die im deutschen "Benutzerkontensteuerung" genannte UAC gibt es in etwas entschärfter Form weiterhin unter Windows 7. Deshalb sollten sich Administratoren vor ihrem Migrationsprojekt genau überlegen, wie sie die UAC auf den Rechnern ihrer Kollegen voreinstellen. Eine generelle Empfehlung kann man nur dahingehend aussprechen, die UAC nicht komplett auszuschalten. Alle weiteren Einstellungen sind eine sehr individuelle Balance zwischen Komfort und Sicherheit.

Daher ist es wichtig, diese Entscheidung vor der Migration mit ausgewählten Benutzern, den IT-Verantwortlichen und der Geschäftsleitung gemeinsam zu diskutieren. Denn keinem Unternehmen ist mit einem objektiv besseren Betriebssystem geholfen, wenn die Benutzer es ablehnen, weil die UAC zu aufdringlich ist.

Server- und Domänencontroller-Migration

Im Zusammenspiel mit dem Windows Server 2008 lassen sich unter Windows 7 mit Hilfe der Gruppenrichtlinien wesentlich mehr Einstellungen vornehmen, als dies noch unter der Kombination Windows Server 2003 und XP der Fall war. Dies bedeutet jedoch auch, dass man sinnvollerweise vor dem Migrationsprojekt "XP auf 7" zumindest seine Domänencontroller vom Windows Server 2003 auf den Server 2008 migriert haben sollte.

Erlaubt man dann per Group Policy Object (GPO) seinen Benutzern nur die Installation von ganz bestimmten Anwendungen, kann man gegebenenfalls die UAC etwas weiter öffnen und so weniger Rückfragen provozieren. Alternativ lässt sich die Installation von Applikationen grundsätzlich verbieten, wenn die Installation von Software auf den Arbeitsplätzen der Benutzer über ein Clientmanagement-System (CMS) erfolgt. Doch Vorsicht: Arbeitet der Agent des CMS nicht unter dem System-Account, sondern unter einem eigens dafür anzulegenden Benutzerkonto, ist nicht nur der administrative Aufwand deutlich größer. Auch die UAC kann dann bei Installationen wieder tätig werden.

weiter mit: Problempunkte lokale Daten und lokale Benutzereinstellungen

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