Jeder dritte Euro kommt online

So stark wächst der E-Commerce in Deutschland

| Autor: Heidemarie Schuster

Der Online-Handel entwickelt sich durchwegs positiv.
Der Online-Handel entwickelt sich durchwegs positiv. (Bild: www.pixabay.com)

Für das laufende Jahr prognostiziert Centre for Retail Research zehn Milliarden Euro Wachstum für den deutschen Online-Handel.

Für den deutschen E-Commerce war das vergangene Jahr sehr erfolgreich: Rund 44 Millionen Deutsche haben sich 2015 für den Einkauf im Internet entschieden, was 52 Prozent der Bundesbürger entspricht. Der Online-Umsatz stieg 2015 um 23,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 52,8 Milliarden Euro. Und auch das laufende Jahr scheint gut zu werden: 2016 sollen die Gesamteinnahmen bei 62,5 Milliarden Euro liegen, was einem Plus von rund 10 Milliarden Euro, also 18,3 Prozent entspricht. Das ergab eine internationale Untersuchung von Centre for Retail Research, die RetailMeNot in Auftrag gegeben hat.

Der Studie zufolge machte der Online-Handel im vergangenen Jahr 11,6 Prozent des deutschen Gesamthandelsvolumens aus – damit wurde 2015 rund jeder neunte Euro online erwirtschaftet, dieses Jahr soll es jeder achte (13,5 Prozent) und 2017 bereits jeder siebte sein (15,2 Prozent).

Internationaler Vergleich

Auch im internationalen Vergleich entwickelt sich der E-Commerce positiv: Der deutsche Online-Handel verzeichnete 2015 mit rund 23 Prozent das stärkste Umsatzwachstum unter den betrachteten Märkten (EU-Schnitt: 18,6 Prozent). Insgesamt wird erwartet, dass der deutsche Einzelhandel 2016 ein leichtes Umsatzplus von 1,7 Prozent erwirtschaftet, bei leicht rückläufigen Einnahmen aus dem stationären Handel (-1,7 Prozent).

Nach Devices

Hauptverantwortlich für das deutliche E-Commerce-Wachstum im vergangenen Jahr war der mobile Handel, der Einzelhändlern Umsätze in Höhe von 14,6 Milliarden Euro bescherte und sich damit gegenüber 2014 mehr als verdoppelte (+103,1 Prozent). Das bedeutet, dass mehr als jeder vierte Euro im E-Commerce (27,7 Prozent) über ein Smartphone oder Tablet umgesetzt wurde – in diesem Jahr soll es sogar jeder Dritte werden (34,0 Prozent). Denn auch 2016 gehen die Marktforscher von einem deutlichen Anstieg der Einnahmen über mobile Kanäle aus: 21,2 Milliarden Euro Umsatz und damit ein Wachstum um 45,2 Prozent werden für das laufende Jahr prognostiziert, wobei 11,9 Milliarden (+39,5 Prozent) auf Smartphones und 9,3 Milliarden auf Tablets entfallen werden (+53,2 Prozent).

Zur Studie

Die internationale Studie wurde von RetailMeNot in Zusammenarbeit mit dem Centre for Retail Research in zehn Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Niederlande, Polen, Schweden, Spanien, und den USA) im Januar 2016 durchgeführt. Dafür wurden Telefoninterviews mit Händlern sowie eine repräsentative Bevölkerungsbefragungen, darunter 1.000 deutsche Verbraucher befragt.

Gemäß OEZD-Methodologie umfasst „Einzelhandel“ im Rahmen dieses Reports den Verkauf von Handelsgütern an Endverbraucher über Ladengeschäfte und das Internet unter Ausnahme von Gastronomie, Kraftfahrzeugen, Benzin und Treibstoffen, Eintrittskarten, Reisen, Versicherungen sowie Bank- und Kreditprodukten.

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