Windows funktioniert nicht mehr

So reparieren Sie Windows 10 und 8

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Wenn Windows 8 oder Windows 10 nicht mehr korrekt starten, stehen vor einer Neuinstallation einige Fehlerkorrekturmöglichkeiten zur Verfügung.
Wenn Windows 8 oder Windows 10 nicht mehr korrekt starten, stehen vor einer Neuinstallation einige Fehlerkorrekturmöglichkeiten zur Verfügung. (Bild: Bild: Joos)

Wenn das Betriebssystem nicht mehr funktioniert, ist oft guter Rat teuer. Um Windows-Probleme zu lösen, hilft eine strukturierte und koordinierte Vorgehensweise.

Bei größeren Problemen auf Windows-Rechnern oder -Servern sind überstürzte Maßnahmen immer fehl am Platz. Vor der Durchführung irgendwelcher Aktionen ist es sinnvoll den Ist-Zustand zu sichern. Hierfür ist am besten eine Image-Sicherung geeignet, in der das defekte System zunächst auf eine externe Festplatte gesichert wird.

Gelingt der Reparaturvorgang nicht, besteht über das Zurückspielen des Backups wenigstens die Chance den Ursprungszustand wiederherzustellen. Clonezilla ist eine der bekanntesten Lösungen für das Klonen von kompletten Festplatten. Soll ein Festplattenteil oder eine Partition geklont werden, ist die Ultimate Boot-CD immer einen Blick wert. Hier stehen zahlreiche Tools zur Verfügung, um PCs zu retten oder abzusichern.

Defekte Systemdateien reparieren, kuriose Fehler beheben

Funktionieren Systemdateien in Windows 10 nicht korrekt, reagiert das Betriebssystem oft mit kryptischen Fehlermeldungen oder Abstürzen. Es kann dabei auch durchaus passieren, dass das System nicht mehr startet. Um das zu testen oder zu beheben, stehen in der Befehlszeile verschiedene Befehle zur Verfügung. Diese lassen sich auch über die Computerreparaturoptionen starten, die über die Installations-DVD oder einen USB-Stick zur Verfügung stehen:

  • DISM /Online /Cleanup-Image /Scanhealth
  • DISM /Online /Cleanup-Image /Checkhealth
  • DISM /Online /Cleanup-Image /Restorehealth
  • sfc /scannow

Nach der Ausführung dieser vier Befehle sind viele Probleme mit Windows 10-Systemdateien behoben.

Windows startet nicht mehr: Boot-Manager reparieren

Startet Windows nicht mehr, besteht die Möglichkeit, über die Computerreparaturoptionen von Windows 10 den Boot-Manager zu reparieren. Diese startet man durch die Auswahl von „Computerreparaturoptionen“ nach dem Start der Installation. Über „Problembehandlung\Erweiterte Optionen\Eingabeaufforderung“ kann in der Befehlszeile eine Reparatur des Betriebssystems ausgelöst werden. Dabei helfen folgende Befehle, die nacheinander ausgeführt werden sollten:

  • bootrec /fixmbr
  • bootrec /scanos
  • bootrec /rebuildbcd
  • bootrec /fixboot

In den Computerreparaturoptionen von Windows 10 steht auch der Menüpunkt Starthilfe zur Verfügung. Auch mit diesem Bereich lässt sich Windows häufig wieder reparieren.

Autostart-Einträge mit Autoruns bereinigen

Funktioniert Windows nicht mehr korrekt, liegt es oft an zu vielen gestarteten Programmen. Die Überprüfung von Autostartprogrammen gehört daher immer zur Standardvorgehensweise bei der Reparatur von Windows. Autoruns von Microsoft ist ein ideales Hilfsmittel dafür (siehe Abbildung 1).

Eine Installation ist nicht notwendig, das Tool lässt sich direkt starten. Mit „Options/Filter Options/Hide Microsoft entries“ werden Windows-Systemprogramme von der Anzeige ausgeblendet. Über das Entfernen des Häkchens vor einem Eintrag, kann ein Programm vom Autostart deaktiviert werden.

Start-Partition reparieren

Windows 10 startet von Bootpartitionen die als „aktiv“ gekennzeichnet sein müssen. Ist das nicht der Fall, verweigert das System den Start. Das gilt auch für Windows 7 und Windows 8/8.1. Um die entsprechende Festplatte als aktiv zu markieren hilft folgende Vorgehensweise:

  • Über die Befehlszeile wird diskpart gestartet
  • „select disk 0“ wählt die erste Festplatte im System aus.
  • „select partition 1“ wählt die erste Partition der ersten Festplatte.
  • Der nächste Befehl ist „active“. Das funktioniert aber nur, wenn es sich bei der Festplatte um eine MBR-Festplatte handelt. Bei GPT-Festplatten funktioniert der Befehl nicht.
  • Startet noch immer nicht der richtige Bootmanager, ist der Befehl „bcdboot C:\Windows /s C: /f BIOS“ in der Befehlszeile hilfreich (siehe Abbildung 2).
  • Erscheint ein Fehler wird „bcdboot D:\Windows /s C: /f BIOS“ eingegeben.
  • Auch die Befehle „bootsect.exe /nt60 ALL /force“ und „bootsect.exe /nt60 C: /mbr /force“ können Wunder bewirken, wenn Windows 10 keine Reaktionen mehr zeigt.

Probleme mit SSD-Installation beheben

In manchen Fällen kann es passieren, dass Windows 10 während einer Neuinstallation keine Partition anlegen kann. Dies passiert vor allem bei neuen SSD-Festplatten. In diesem Fall sollte überprüft werden, ob im BIOS des Rechners die eingebaute Festplatte in der Bootreihenfolge ganz oben steht.

Zusätzlich sollten alle SD-Karten, USB-Sticks und externen Datenträger vom Rechner entfernt werden. Im BIOS muss darauf geachtet werden, dass die SSD-Festplatte als erstes Bootmedium eingetragen ist. Dies muss teilweise an mehreren Stellen erfolgen. Wenn das nicht hilft, sollten vorübergehend die Kabel aller anderen Datenträger abgezogen werden. Das Problem taucht nur während der Installation auf.

Probleme mit .NET Framework beheben

Unter manchen Umständen macht die Installation von Anwendungen für Windows 10 Probleme, wenn die notwendige .NET Framework-Umgebung nicht ordnungsgemäß funktioniert. Um solche Probleme zu beheben sollte das .NET Framework von Windows entfernt und neu installiert werden.

Diese Vorgehensweise hilft allerdings nicht immer. Für diesen Fall stellt Microsoft ein Werkzeug zur Verfügung, um das .NET Framework zu testen und zu reparieren: Das .NET Framework Setup Verification Tool. Durch einen Klick auf “Verify Now“, lassen sich Probleme finden und beheben (siehe Abbildung 3). Kann das Tool das Problem nicht lösen, hilft unter Umständen das .NET Framework Cleanup Tool. Dieses ist auf derselben Internetseite zu finden.

Probleme mit Systemdiensten und Zusatztools beheben

Manchmal kann es passieren, dass Zusatzprogramme Systemdienste installieren, die Windows zum Absturz bringen, oder instabil machen. Mit dem Bordmittel-Tool „msconfig.exe“ lassen sich solche Dienste finden und deaktivieren (siehe Abbildung 4).

Auf der Registerkarte „Allgemein“ muss die Option “Benutzerdefinierter Systemstart“ und das Kontrollkästchen „Systemdienste laden“ aktiviert werden. Durch das Deaktivieren des Kontrollkästchens „Systemstartelemente laden“ lassen sich weitere Fehlerquellen ausschließen. Auf der Registerkarte „Dienste“ lassen sich jetzt alle Systemdienste anzeigen.

Durch das Aktivieren des Kontrollkästchens „Alle Microsoft-Dienste ausblenden“ blendet das Tool wichtige Systemdienste aus. Über die Schaltfläche „Alle deaktivieren“ werden alle fremden Dienste deaktiviert. Nach der Bestätigung und dem Neustart des Rechners, sollte Windows wieder funktionieren. Läuft Windows jetzt fehlerfrei, liegt ein Problem eines der Dritthersteller-Systemdienste vor. Durch das Aktivieren der einzelnen Dienste lässt sich der Dienst, der Probleme macht, am schnellsten finden.

„Zurücksetzen“ bei Windows 8/8.1/10 nutzen

Verwenden Anwender Windows 10, kann auf die interne Wiederherstellung gesetzt werden, wenn Windows nicht mehr funktioniert. Dazu wird über das Startmenü „Einstellungen“ aufgerufen. Über einen Klick auf „Update und Sicherheit“ und dann auf „Wiederherstellung“ steht die Systemwiederherstellung bereit. Mit einem Klick auf „Los geht’s“ bei „Diesen PC zurücksetzen“ kann Windows 10 repariert werden. Vorher sollten aber alle Ihre Daten gesichert werden, da Windows durch diesen Vorgang auf den Werkszustand zurückgesetzt wird (siehe Abbildung 5).

Mit Windows 8/8.1 funktioniert das ebenfalls. Dazu werden die Wiederherstellungsoptionen über die Windows 8.1-DVD oder in der Systemwiederherstellung von Windows 8.1 genutzt. Mit einem Aufruf der Charms-Leiste (Windows)+(C) und der Auswahl von „Einstellungen/PC-Einstellungen ändern“, stehen auch hier die Reparaturoptionen zur Verfügung. Diese sind in der Kategorie „Update/Wiederherstellung“ auf „Wiederherstellung“ zu finden. Im Bereich „PC ohne Auswirkungen auf die Dateien auffrischen“ kann über die Schaltfläche „Los geht’s“ die Wiederherstellung gestartet werden.

Mit kostenlosen Live-CDs eine Untersuchung starten

Befällt ein Virus einen Rechner, kann dieser ebenfalls instabil laufen. In diesem Fall sollten Administratoren den Rechner mindestens von zwei unabhängigen Live-CDs durchsuchen lassen. Die besten CDs sind folgende:

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