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So könnte Microsoft am Gratis-Upgrade auf Windows 10 Geld verdienen

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Ira Zahorsky

Microsoft-CEO Satya Nadella bei der Ankündigung von Windows 10. Versteckt sich hinter dem „Freemium“-Modell ein versteckter Plan, Unternehmen zu kostenpflichtigen Umstiegen auf teurere Betriebssystem- und Service-Varianten zu bewegen?
Microsoft-CEO Satya Nadella bei der Ankündigung von Windows 10. Versteckt sich hinter dem „Freemium“-Modell ein versteckter Plan, Unternehmen zu kostenpflichtigen Umstiegen auf teurere Betriebssystem- und Service-Varianten zu bewegen? (Bild: Microsoft)

Das komplexe Servicemodell der neuesten Windows-Version soll nach Insider-Aussagen insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen dazu bringen, trotz Gratis-Updates des Betriebssystem auf teurere Pro- oder Enterprise-Versionen von Windows 10 umzusteigen.

Wie Microsoft-CEO Satya Nadella angekündigt hatte, werden Nutzer der verschiedenen Windows-7- und Windows-8-Varianten ein Jahr lang die Möglichkeit haben, kostenlos auf die neueste OS-Version Windows 10 umzusteigen. Wie aber ZDNet-Redakteurin Mary Jo Foley und Business Insider UK berichten, soll Microsofts komplexes Servicemodell dafür sorgen, dass das Softwareunternehmen dennoch an den Gratis-Updates Geld verdient: Unternehmen sollen zum Upgrade auf Pro- oder Enterprise-Versionen bewegt werden.

Microsoft benutzt in letzter Zeit im Zusammenhang von Windows 10 gerne den Ausdruck „Windows as a Service“: Ähnlich wie es bereits bei Microsoft Office der Fall ist, sollen künftig auch beim Betriebssystem selbst neue Features nicht mehr erst im Rahmen neuer Produktversionen erscheinen, sondern sukzessive per Updates nachgeschoben werden. Wie Foley nach Angabe inoffizieller Quellen schreibt, soll ein komplexes Netzwerk an Supportoptionen dafür sorgen, dass Microsoft auch im „kostenlosen“ Update-Jahr dennoch an dem Betriebssystem verdienen wird.

Nutzer von Home-, Pro- oder Enterprise-Versionen werden demgemäß Teil unterschiedlicher „Service-Branches“ sein. In der Home-Version werden dabei Updates und Features automatisch geladen. Der Nutzer hat keine Kontrolle über das Updateverhalten seines Betriebssystems und kann das Nachrüsten neuer Features oder Sicherheits-Patches weder ablehnen noch hinauszögern. Auch können die Updates hier nicht abgeschaltet werden.

Während die meisten Heimanwender hiergegen wenig einzuwenden haben oder diese Automatisierung gar begrüßen dürften, ist diese Regelung für Unternehmen ein zweischneidiges Schwert, da größere Updates nicht nur Systemressourcen in Anspruch nehmen, sondern auch eine Aktualisierung von Drittanbieter-Software notwendig machen dürften. Auf dem Windows-Pro-Servicepfad können größere Updates immerhin hinausgezögert werden. Dennoch könnten auf Unternehmen, die weiterhin auf Windows Pro setzen, durch die häufigeren Aktualisierungen mittelfristig höhere Kosten zukommen. Systemadministratoren bleibt nur in der Enterprise Edition die freie Auswahl, wann und in welchem Umfang Updates, Patches und Features in ihrer Windows-Version nachgereicht werden.

Da der Umstieg auf Windows Enterprise kostenpflichtig ist, vermuten sowohl Foley als auch Business Insider daher hinter dem Gratis-Angebot eine Strategie, um auch kleinere Unternehmen zumindest mittelfristig zum Umstieg auf die umfangreichste Betriebssystemvariante zu bewegen. Darüber hinaus werden Windows-10-Enterprise-Nutzer als einzige Gruppe die Möglichkeit haben, auf Microsofts umfangreichen Long Term Servicing Branch zuzugreifen.

Microsoft wollte sich nach Angabe von Foley bislang nicht zu diesen Mutmaßungen äußern. ZDNet und Business Insider vermuten allerdings schon seit Längerem, dass sich hinter Microsofts „Freemium“-Servicemodell ein solcher kostenpflichtiger Umstiegsplan verbergen könnte.

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