HSP Summit 2016 – Rundum-sorglos-Pakete sind gefragt

So bleiben Hoster im Geschäft

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Stephan Augsten

Mit ihrem Erfolg macht die Container-Lösung Docker der Branche zunehmend Druck. Hoster und Cloud Service Provider müssen reagieren.
Mit ihrem Erfolg macht die Container-Lösung Docker der Branche zunehmend Druck. Hoster und Cloud Service Provider müssen reagieren. (Bild: denisismagilov – Fotolia.com)

Die DevOps-Bewegung und Microservices verändern die Hosting-Landschaft. Im Interview verrät Plesk-CTO Jan Löffler, wie Service Provider erfolgreich im Geschäft bleiben.

Auf dem kommenden Hosting & Service Provider Summit 2016 wird Jan Löffler Mitte Mai ausführlich darlegen, wie Service Provider Kunden künftig binden können. Bereits jetzt skizziert Plesks Chief Technical Officer aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Interview.

Welche Trends beobachten Sie aktuell bei Entwicklung und Betrieb kommerzieller Websites?

Jan Löffler: Wurden vor einigen Jahren Webseiten noch über Dateiübertragungsprotokolle wie FTP auf Webserver kopiert, so ist heute git als Versionsverwaltungssystem Standard. Continuous Delivery gilt als Muss in Verbindung mit der DevOps-Bewegung, die bereits in über 74 Prozent aller IT-Unternehmen umgesetzt wurde. An Webframeworks hat Facebooks React Javascript Library proportional mit 311 Prozent im Vergleich zum Vorjahr am deutlichsten zugelegt. Aber auch Node.js, Angular.js und WordPress wachsen weiter. Einer der wichtigsten Trends und wahrscheinlich das meistdiskutierte Thema ist die Verwendung von Docker als Paketisierungsstandard für Applikationen.

Sind Docker, Microservices und Co. eine Chance oder eine Gefahr für klassische Anbieter dedizierter Server?

Löffler: Sowohl als auch! Das kommt ganz darauf an, was die Anbieter daraus machen. Die Verwendung von Docker ist nicht mehr aufzuhalten. Bereits 27 Prozent der Entwickler weltweit setzen Docker ein – eine Verdoppelung zu letztem Jahr. Und weitere 35 Prozent würden Docker gerne nutzen. Das setzt Hoster und Cloud Service Provider massiv unter Druck, die nötigen Voraussetzungen für Docker zu schaffen. Die offizielle Docker Registry zählt bereits über 100.000 Docker Images (gepackte Applikationen). Microservices treiben diese Entwicklung weiter an und setzen eine hundertprozentig automatisierte Infrastruktur mit API-Zugriff voraus. Anbieter von dedizierten Servern müssen sich entweder zu Lösungsanbietern entwickeln oder bieten zum Beispiel „Managed AWS“ an.

Ergänzendes zum Thema
 
HOSTING & SERVICE PROVIDER SUMMIT 2016

Mit welchen Geschäftsmodellen und Lösungen werden Hoster künftig Geld verdienen?

Löffler: Infrastruktur wird immer mehr Commodity. Das heißt: Geld wird entweder von wenigen großen Anbietern verdient oder von den Hostern, die zielgruppengerechte und höherwertige Dienste konsequent anbieten. Ein gutes Beispiel ist das Bereitstellen von Managed WordPress mit einem guten Rundum-sorglos-Paket inklusive professionellen Tools zu Sicherheit, Performance-Tuning, Marketing, SEO, Produktivität, Skalierung, etc. Selbst IaaS-Anbieter wie Amazon Web Services fokussieren sich immer mehr auf zusätzliche Dienste, mit denen deutlich höhere Gewinnmargen zu realisieren sind. Das Stichwort heißt Lösungen für ein bestimmtes Problem anbieten und darin spezialisieren. Am besten man verwendet direkt einen guten Infrastrukturanbieter, nutzt eine Plattform wie Plesk und schnürt ein zielgerichtetes Lösungsprodukt für eine Zielgruppe. Ein gutes Beispiel ist DropBox, die bis vor kurzem keine einzige Festplatte besaßen und in kürzester Zeit zum größten Speicheranbieter der Welt wurden.

Zur Person

Plesk-CTO Jan Löffler war zuvor bereits für Zalando und 1&1 tätig.
Plesk-CTO Jan Löffler war zuvor bereits für Zalando und 1&1 tätig. (Bild: VIT)

Jan Löffler ist Chief Technical Officer (CTO) bei Plesk – Anbieter einer WebOps-Plattform, die Hoster bei Betrieb und Automatisierung von Applikationen und Websites unterstützt. In seiner bisherigen Laufbahn sicherte Löffler als Head of Platform Engineering den Betrieb Tausender Server beim Online-Versender Zalando. Zudem war er beim Service Provider 1&1 zuständig für die Entwicklung von Produkten für Webhosting, Server und Domänen.

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