Fachhandel und Distribution entdeckt das Geschäftsfeld

Smart Home: Noch kein Durchblick im Zuhause

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sylvia Lösel / Sylvia Lösel

Die Telekom will mit Qivicon eine Smart-Home-Marke etablieren.
Die Telekom will mit Qivicon eine Smart-Home-Marke etablieren. (Bild: Telekom)

KNX, Zigbee, Z-Wave, EnOcean – schon mal gehört? Ja? Gratulation, dann gehören Sie zu den Vorreitern beim Thema Smart Home. Denn all dies sind unterschiedliche Protokolle, die das schöne, vernetzte Heim steuern sollen. Doch eben diese Vielfalt macht Fachhändlern und Kunden das Leben schwer.

Neulich im Büro: „Alarm von der Wohnzimmertür“ meldet sich das Handy meines Kollegen lautstark. Hektik bricht aus. Einbrecher zuhause? Was tun? Polizei anrufen? Nachbarn alarmieren? Oder ist es vielleicht nur ein Fehlalarm? Auf jeden Fall steigt der Puls, an Arbeit ist erst mal nicht mehr zu denken.

Die schöne, smarte Welt hat durchaus ihren Preis – und vieles ist noch nicht zu Ende gedacht. So wäre es jetzt hilfreich, gleich ein Live-Bild von der angeblich demolierten Wohnzimmertür aufs Handy zu bekommen. Theoretisch alles bereits möglich, praktisch noch ziemlich kompliziert und aufwändig.

Spaßbremsen

Konsumelektronik, Haushaltstechnik und Hausautomation sind in den meisten deutschen Haushalten getrennte Welten. Denn fehlende Standards, zu hohe Kosten und nicht nachvollziehbare Mehrwerte vermiesen vielen Verbrauchern den Spaß, so jedenfalls der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE).

Allerdings ist der VDE auch davon überzeugt, dass sich diese Situation in den kommenden Jahren grundlegend ändern wird: mit bezahlbaren, kompatiblen, intuitiv nutzbaren, personalisierten Plug-and-Play-Anwendungen für die intelligente Heimvernetzung, die mehr Komfort, Sicherheit, Energieeffizienz und Selbstbestimmung ermöglichen.

Darüber hinaus hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie eine Simulationsrechnung für den deutschen Markt vorgelegt, der zufolge der Smart-Home- bis 2025 rund 19 Milliarden Euro jährlich erreichen könnte. Der erwartete IT-Anteil liegt hierbei bei etwa 80 Prozent. Haupttreiber in Deutschland sollen insbesondere die Themen Energie und demografischer Wandel sein.

Goldgräberstimmung?

Dass das Thema Smart Home in der IT-Branche ein heißes Eisen ist, haben in diesem Jahr zahlreiche Meldungen untermauert. Hersteller, Distributoren und Fachhändler sondieren das Terrain, stecken hier ihre Claims ab.

Distributor Michael Telecom setzt so zum Beispiel auf den Standard Z-Wave. Dieser gelte, so Ansgar Wecks, Produktmanager beim Distributor, als weltweit führender Funkstandard zur Hausautomatisierung. Derzeit bieten weltweit rund 150 Hersteller Produkte auf Basis dieses Standards an. Darunter sind zum Beispiel AT&T, Somfy, Danfoss und Verizon. Acht Z-Wave-Jünger hat Michael Telecom in seinem Portfolio.

Distributor Ingram Micro erweitert sein Portfolio mit den Produkten von RWE. Im Angebot sind nicht nur Heizkörperthermostate, sondern auch Paketlösungen wie ein Starterpaket, mit dem sich Strom, Wärme und Licht über eine zentrale Station regeln lassen. Kombiniert mit Security-Produkten wie Bewegungs-, Rauch-, Tür- und Fenstersensoren kann so das Smart Home vom Fachhändler sukzessiv aufgebaut werden.

Was ist der Königsweg?

Einen anderen Weg hat die Telekom gewählt. Sie ist federführend bei einem Projekt namens Qivicon, bei dem zahlreiche weitere Hersteller beim Thema Smart Home zusammenarbeiten und sukzessive Produkte dafür launchen. Qivicon setzt bei der zentralen Steuerungseinheit, die alle Smart-Home-Produkte in einem Haushalt miteinander verbindet, auf das Funkprotokoll Homematic.

Allerdings kann die Home Base via Funksticks auch mit anderen Protokollen wie zum Beispiel Zigbee umgehen. Die Sticks wiederum können mittels vier -Steckplätzen an die Steuerzentrale angeschlossen werden. Seit Oktober wird jetzt Qivicon mit Leben gefüllt, einige Hersteller bieten erste Produkte an, so zum Beispiel EnBW und die Telekom selbst.

Bitron Home will in den kommenden Wochen starten und Miele hat auf der IFA ebenfalls angekündigt, im ersten Quartal 2014 Qivicon-kompatible Produkte für Endkunden auf den Markt zu bringen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr über einen neuen Standard und die Vertriebswege der Smart-Home-Lösungen.

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