Die Stimme aus dem Channel

Smart Home gleicht dem Turmbau zu Babel

| Autor / Redakteur: Achim Heisler, Geschäftsführer bei A-H-S / Sarah Maier

Die Hersteller für Smart-Home-Produkte gehen selten einen Weg gemeinsam.
Die Hersteller für Smart-Home-Produkte gehen selten einen Weg gemeinsam. (Bild: VBM-Archiv)

Smart Home steht für babylonische Sprachverwirrung, findet Achim Heisler, Systemhaus-Chef und Stimme aus dem Handel für IT-BUSINESS. Dabei liegt in dem Thema viel Potenzial für den Handel.

Ich nehme die Überschrift einmal als Test, wie bibelfest die Leser sind. Kurz zusammengefasst, bestrafte Gott die Menschen für ihre Arroganz, einen Turm in den Himmel bauen zu wollen. Wobei in diesem Kontext weniger die Tat, als die darauf folgende Bestrafung interessant ist. Er bestrafte die Menschheit mit der Sprachvielfalt. Somit konnten sie sich nicht mehr verständigen und der notwendige „Datenaustausch“ zum Vervollständigen des Turms war nicht mehr möglich.

Momentan habe ich wieder das Gefühl, dass sich gleich sehr viele Firmen für Gott halten und mich mit vielen „Sprachen“ bestrafen. Der neue Gott heißt wohl Smart Home und fährt momentan mit roher Gewalt auf die Erde nieder. Auf der CES hatte man das Gefühl, dass die Einstiegshürden für den Markt noch besonders niedrig sind. Gefühlt hunderte von bekannten und unbekannten Herstellern präsentieren ihre Smart-Home-Lösung. Nun stellt man aber recht schnell fest, dass zwischen meinen Vorstellungen von Smart Home und denen der Hersteller Welten liegen. Das Rezept der meisten sieht wie folgt aus:

Zutaten für ein Smart Home

  • 1. Heizungsregler
  • 2. Raumthermostate
  • 3. Steckdosenschalter
  • 4. Gateway
  • 5. proprietäre Schnittstellen
  • 6. Cloud Service mit bunter App

Dies gibt es dann in allen Farbrichtungen, Preisen und Qualitätsanmutungen. Wichtig ist natürlich auch, eine ganze Menge von Sensoren und Schnittstellen anzukündigen, die man in ferner Zukunft unterstützen wird.

Schwaches Bild

Nach mehr als 20 Jahren der Gebäudeautomation ist dies allerdings ein ganz schwaches Bild. Damit die Probleme und eventuellen Lösungen etwas klarer werden, versuche ich, die Ansätze der Heimautomation unter einem operationalen und einem strategischen Gesichtspunkt zu beleuchten. Aus der Sicht des Kunden ergeben sich natürlich sehr individuelle Anforderungen an ein solches System.

Dies in einem System abzubilden ist sicherlich sehr schwierig. Durch eine Offenheit der Schnittstellen lässt sich diesem Ideal aber recht nahe kommen. Natürlich steigt mit der Komplexität der Anforderungsmatrix auch der Preis für das System. Mit der richtigen Planung im Vorfeld, sollten hier aber Wunsch und Wirklichkeit zusammen zu bringen sein. Die operationalen Anforderungen lassen sich recht einfach formulieren:

  • Das System muss sich von allen Mitgliedern im Haushalt einfach, sicher und reproduzierbar bedienen lassen sowie in seinen Aktionen eine Anpassung an den User erkennen lassen.
  • Falls einmal eine Komponente ausfällt, muss diese einfach zu wechseln sein und darf nicht das komplette System lahmlegen.

In beiden Punkten erwartet der Kunde eine Planbarkeit und Langlebigkeit, wie wir sie im Hausbau veranschlagen, zum Beispiel bei Heizung, Sanitärinstallation oder Möbeln.

Auf der nächsten Seite erläutert Heisler das Apple-Prinzip und erklärt, wie man das Smart Home besser gestalten könnte.

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