Hewlett-Packard und Intel bekennen sich mit Roadmaps zu Integrity und Itanium

Connect e.V. plant Roundtable zu Oracles Itanium-Strategie

27.04.2011 | Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Connect, HP und Intel glauben an die Zukunft von Itanium-CPUs - Oracle nicht.

Die HP-Benutzervereinigung Connect unterstützt Oracle-Nutzer mit Itanium-Servern, weil Oracle keine Software mehr für die Hardware entwickeln will. Die Hardwarelieferanten HP und Intel planen die Prozessoren in ihren Roadmaps weiter ein. Kritiker meinen, Oracle wolle SPARC-Server stärken und migrationswillige Kunden beim Support abzocken.

Der Connect Deutschland e.V. hat sich in den Konflikt zwischen Hewlett-Packard (HP) und Oracle eingeschaltet. Anlass ist Oracles Ankündigung, künftig keine neuen Produkte mehr für Server mit dem von HP und Intel entwickelten Itanium-Prozessor anbieten zu wollen.

Connect-Vorsitzender Dr. Heinz-Hermann Adam verdeutlicht den Standpunkt des Vereins: „Viele HP-UX- und OpenVMS-Benutzer aus der Connect Community setzen Oracle-Produkte auf ihren Integrity-Systemen ein. Sie werden alles dafür tun, Oracle von dieser Entscheidung abzubringen - und Connect wird sie dabei unterstützen“. Betroffene Connect-Mitglieder können sich an das Connect Advocacy Committee wenden. Zudem will der Verein das Thema zum zentralen Punkt des Connect to HP Roundtable - Business Critical Systems auf dem IT-Symposium 2011 in Böblingen machen; Termin ist der 12. Mai.

Intel macht mit Itanium Gewinn und plant weitere Generationen

Auslöser der jetzigen Entwicklung ist eine Oracle-Pressemitteilung vom 22. März. Darin kündigt der Hersteller an, die Softwareentwicklung für Itanium-Systeme einzustellen. Dabei verweist Oracle unter anderem auf den endenden Lebenszyklus des Itanium-CPU.

Intel und HP widersprechen deutlich - die auf Sicherheit und Stabilität getrimmte Architektur ist ein gemeinsames Projekt der beiden Unternehmen. Konkret bestätigt Intel-Sprecher Thomas Kaminski gegenüber DataCenter-Insider, dass Itanium-Prozessoren noch immer gewinnbringend veräußert werden. Dem entsprechend plane man bereits an der nächsten („Poulson“) und übernächsten Generation („Kittson“) der CPUs. Beide Codenamen geistern jedoch schon seit spätestens 2007 durch die Medien.

Hewlett-Packard will Itaninum-basierte Integrity-Server mit HP-UX noch über zehn Jahre lang anbieten. Über die sachlichen Argumente hinaus nutzt HP die Gelegenheit zugleich für einen verbalen Angriff gegen Oracle. Der Anbieter täusche Anwender bewusst. Mit der endenden Softwareentwicklung wolle man eine mit Sun übernommene, schwächelnde SPARC-Serversparte stärken

Oracles Support-Geschäft geht weiter, HP für Migrationen gerüstet

Oracles Versprechen, Bestandskunden weiter mit Support zu unterstützen kann die Wogen schwerlich glätten. Heinz-Herman Adam sieht darin lediglich den Versuch, „das lukrative Geschäft mit der Softwarewartung für den durchaus über Jahre andauernden Übergangszeitraum“ zu sichern.

Beharre Oracle auf dem jetzigen Standpunkt, müssten Endanwender zudem ihre Business-Pläne anpassen und weitere Investitionen bedenken. Das bedeute ein hohes operatives und finanzielles Risiko.

Immerhin wäre die Migration auf Oracles SPARC-Server nicht die einzig denkbare Option. Auf Nachfrage betont HP-Sprecher Patrik Edlund die Expertise seines Arbeitgebers: „DB-Migrationen sind ein normaler Bestandteil unserer IT-Dienstleistungen, z.B. im Rahmen von M&A-Konsolidierungsprojekten [M&A = Mergers & Acquisitions, Anm. d. Red.], Hardware-Migrationen, Applikations-Modernisierung“. Auf Grund sehr unterschiedlicher Kundenanforderungen gebe es hierfür aber keine Standardangebote oder Bundles.

Anwender wünschen Einigung

Für Connect-Vorsitzenden Adam wäre eine Einigung ohnehin die beste Option: „Oracle sollte mit HP, Intel und seinen Kunden zusammenarbeiten, um gemeinsam eine Lösung zur adäquaten Unterstützung der Kunden zu finden und zur Weiterentwicklung der Lösungen und der Itanium-Plattform beitragen.“

Als Verein wolle man dazu beitragen, die Kommunikation zwischen Herstellern und Benutzern zu fördern und zu erleichtern.


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