Interview mit Mark S. Anzani, Vice President System z

Der Mainframe als Zentralmanager für alle Systeme

28.05.2010 | Redakteur: Ulrich Roderer

„Wir sehen den Mainfrema als zentralen Manager für Business Analytics“, Marc S. Anzani, Vice President system z, IBM

Wo liegt die Zukunft des Mainframes, welche Entwicklungen können Anwender erwarten. Diese Fragen beantwortet Mark S. Anzani, Vice President and Chief Technology Officer System z, IBM Corporation.

SearchDataCenter: IBM konzentriert sich im Rahmen der Initiative “Smarter Planet” sehr auf die Felder Datenanalyse und Business Intelligence. Welche Rolle spielt da der Mainframe?

Mark Anzani: In einer IBM-Studie von 2009 haben Anwender die höchste Priorität in einer optimierten Infrastruktur für Datenanalyse gesehen. Wir wollen einen einheitlichen, dynamischen Zugang zu Daten und Auswertungssystemen schaffen, der zentral über den Mainframe gesteuert wird.

Wie soll das konkret aussehen?

Auf den vier von IBM angebotenen Plattformen werden unterschiedlich leistungsfähige Anwendungen gefahren. Der Mainframe soll als zentraler Zugang und zugleich als workload-optimierte Rechnerplattform alle Datenprozesse eines Unternehmens auf Intel- und Powersystemen steuern, die als virtuelle Ressourcen zuarbeiten.

Wir arbeiten daran, die Workloads mit den gespeicherten Informationen zu integrieren, um die operativen Kosten zu senken. Dies kann als Basis für eine Modernisierung des Unternehmens dienen, in dem die Kerngeschäftslogik in vielen Anwendungen wie Web-Portalen oder Java-Applikationen weitergenutzt wird.

Welche technologischen Entwicklungen sind von IBM bezogen auf den Mainframe zu erwarten?

Im Gegensatz zu Blades ist der Mainframe optimiert darauf, unterschiedliche Workloads und Tasks mit unterschiedlichen Anforderungen zu bewältigen. Wir arbeiten an einer Verbindung von Mainframes und Blades als Beschleuniger für Busines Intelligence-Abfragen. Darüber hinaus entwickeln wir an der Optimierung der Performance der klassischen Workloads wie Transaktionen und Datenbanken. Wir werden die Anzahl der Prozessoren erhöhen, um rechenintensive Aufgaben besser zu unterstützen. Ein weiteres Ziel ist es, die dynamischen Möglichkeiten bezogen auf Workloads auszubauen. Durch die Weiterentwicklung unserer Middleware werden wir auch die Resiliance der Anwendungen über große Entfernungen verbessern.

Spielt Green IT- eine Rolle bei der Entwicklung neuer Mainframes?

Sicher, auch wenn der Stromverbrauch der Mainframes im Rechenzentrum bisher kaum eine Rolle spielte, arbeiten wir daran, dass der Mainframe keine feste Leistungsaufnahmen mehr hat, sondern inkrementell je nach Last. Auch verbessert der Einsatz von Flüssigkühlung die Leistungsbilanz, zudem werden weniger Fläche benötigt.

Auf der diesjährigen Veranstaltung der GSE in München wurden wieder die Lizenz- und Maintenance-Kosten für den Mainframe als zu teuer kritisiert. Wird IBM seine Modelle ändern oder anpassen?

Wir hören, das Kunden vor allem mit den Kosten für die Anschaffung und den Lizenzen nicht zufrieden sind und dass die eine Barriere für den Einstieg bilden. Doch man sollte die gesamte TCO betrachten. Dennoch bringen wir preisgünstige sogenannte „Solution Editions“ auf den Markt. Dabei handelt es sich um integrierte Pakete von Hardware, Software und Maintance für bestimmte Gebiete wie Linux, Disaster Recovery und Applikationsentwicklung.


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