Strategiewechsel? Das Unified Communication System verlässt seine Virtualisierungs-Wurzeln

Cisco-Hardware für ein hartes Stück Transaktionsarbeit in Rechenzentren

07.04.2011 | Redakteur: Ulrike Ostler

Mit dem UCS-Modell C260 M2 will Cisco die Performance-Grundlage für die so genannten unternehmenskritischen Systeme liefern.

Cisco erweitert seine Server-Linie Unified Computing System (UCS). Damit will der Hersteller mehr Workloads auf seine Hardware ziehen. Gedacht ist etwa an Datenbank-intensive Transaktionssysteme. Damit rückt Cisco ein Stück ab von der bisherigen Virtualisierungs- und Absatz-Strategie. Denn nun richtet sich der Blick mehr auf die Rechenzentren von Anwenderunternehmen und wendet sich von den Service Providern ab.

Als Cisco im Jahr 2009 UCS vorstellte, pries das Unternehmen die Server-Plattform als einfach genial für VMware an. Im Gegensatz dazu stellte der Konzern in dieser Woche das Modell „UCS C260 M2“ vor als ein System, das für Umgebungen gebaut sei, in dem viele Rechenkerne, Memory und lokale Speicher gefordert sind –„transaktionslastige Anwendungen, die ohne Virtualisierungsschicht auskommen“, so Todd Brannon, Product Marketing Manager bei Cisco.

Zugleich scheinen sich die Service Provider, die Cisco zunächst mit UCS adressiert hatte, zurückzuziehen. „Sie scheuen die hohen Einstiegskosten“, vermutet DataCenter-Insider-US-Kollege Alex Barrett.

„Ich dachte, dass Cisco den Service-Provider-Markt dominieren wird“, zitiert er den CTO eines Cloud-Anbieters und ersten UCS-Kunden. Doch dann habe er festgestellt, dass die Cisco-Technik 20 Prozent über dem Preis liege, die er etwa für eine entsprechendes Dell- Angebot, beziehungsweise eines SGI/Rackable zahlen müsse.

UCS ist zu teuer

So ist er dazu übergegangen, mehr und mehr Dell-Technik einzukaufen, vorzugsweise ein 4-Socket-System des Modells „Poweredge R815“ mit 256 Gigabyte RAM. Nach Angaben des anonymen CTO liegt diese Konfiguration rund 3.500 Dollar unter einem UCS-Äquivalent.

Sodann bestückt er die Systeme mit „ESXi“ von VMware und nutzt „vMotion“ zur Absicherung im Fehlerfall. Nur noch für Kunden, die auf dedizierter Hardware bestehen, kommt ihm UCS-Technik ins Haus.

Allerdings bezieht sich seine Kritik nicht auf die Produktqualität. „UCS ist eine fantastische Kiste“, sagt der Cloud-Anbieter. Insbesondere hebt er die Qualität der Management-Werkzeuge hervor: „Die Management-Tools sind einfach genial – zehnmal besser als irgendein anderes“, sagt er, “und die konvergente Netzwerk- und Storage-Architektur phänomenal, insbesondere für Unternehmen, die nahezu ausschließlich auf Cisco-Technik setzten.

Gute Qualität für neue Kunden

Insgesamt sei die Qualität gut, lobt der Chef-Techniker weiter. Sein Unternehmen habe, in den zwei Jahren, in denen UCS eingesetzt werde, gar keine Probleme verursacht. Es geht dabei um eine 200 Rechner große Server-Farm.

Der Wandel in der Kundenstruktur zeichnet sich offenbar bereits ab. Cisco-Produkt-Manager Brannon gibt an, dass nach der jüngsten Zählung Industrie-Unternehmen rund 39 Prozent der rund 4000 UCS-Kunden ausgemacht haben, der gewerbliche Bereich rund 29 Prozent, die Öffentliche Hand 22 Prozent. Die zunächst adressierten Service-Provider haben einen Anteil von 10 Prozent.

Jedenfalls könnte das jüngste UCS-Modell C260 M2 insbesondere für Unternehmen interessant sein, die Rechner für ihre OLTP-Systeme suchen. Es handelt sich um eine Zwei-Socket-Box, die mit 10-Core-Xeon-Prozessoren ausgestattet sein werden, die bislang den Codenamen „Westmere-EX“ trugen und nun unter der Bezeichnung „Xeon E7“ vermarktet werden.

Ausstattung des C260-M2-Modells

Außerdem stecken bis zu 16 Laufwerke oder Solid State Disks darin. Ausgestattet ist das System zudem mit „Extendes Memory“, ein Cisco-eigener ASIC, der 64 Dual Inline Memory Modules (DIMMs) pro System erlaubt.

In der ersten Fassung werden die DIMMs auf 8 Gigabyte limitiert sein und 512 Gigabyte RAM pro Server. Doch spätere Versionen werden 16 Gigabyte unterstützen, so dass das die Server über mehr als 1 Terabyte Systemspeicher verfügen.

Derzeit dürften allerdings selbst die 8-Gigabyte-DIMMs den Appetit der meisten Anwender befriedigen. „Wir haben nicht viele Kunden, die nach Memory-Kapazität von einem Terabyte fragen“, sagt zumindest Produkt-Manager Brannon.

Auch ältere Modelle bekommen neuen Xeon

Mit dem Modell C260 M2 kündigt Cisco auch Upgrades der Modelle „B230 M2“, „B250 M2“ und „C460 M2“ an; denn auch diese werden mit den neuen High-End-Chips „Xeon E7“ ausgestattet. Die Ankündigungen gehören zudem in einer größere Rollout-Kampagne für Datacenter-Ausstattung, die unter anderem neue Networking-Produkte für Fibre-Channnel over Ethernet (FCoE) umfasst.


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