22.12.11 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter/Ralph Beuth / Ulrike Ostler

Eine Spezialität des Gehäuseherstellers Rittal sind mobil einsetzbare, transportable Rechenzentren. Ein solcher Datacenter-Container wurde nach dem diesjährigen Erdbeben in Neuseeland an einen Energieversorger geliefert.
Am 22. Februar 2011 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,3 die Südhälfte Neuseelands und tötete mitten in der geschäftigen Mittagszeit an die 200 Menschen. Dabei wurde Christchurch, die mit rund 400.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt des Landes, stellenweise dem Erdboden gleichgemacht. Neben unzähligen Häusern und der Kathedrale waren auch die Bürogebäude des örtlichen Stromversorgers Orion in Mitleidenschaft gezogen.
Der Rechnerraum mit den kompletten Schaltschrankreihen für die Überwachungs- und Kontrolltechnik hatte sich teilweise abgesenkt und das Rechenzentrum war daher kaum noch funktionsfähig. Es musste schnell eine Lösung gefunden werden um die Stromversorgung der Stadt sowie eines umliegenden Gebiets von rund 8.000 Quadratkilometern sobald wie möglich wieder sicherzustellen.
Nachdem auch schon die bisherige Infrastruktur-Ausstattung von dem deutschen Hersteller Rittal stammte, genügte ein Anruf in dessen neuseeländischer Niederlassung. So konnte innerhalb weniger Tage ein provisorischer Serverraum geschaffen werden, um eine Art Notbetrieb aufrechtzuhalten.
Zugleich erging ein Auftrag an die Firmenzentrale von Rittal im deutschen Herborn zur Lieferung eines sogenannten „Datacenter Containers“ (DCC). Neville Digby, Senior System Engineer bei Orion, erinnert sich: „Nach dem Erdbeben im Februar und der Zerstörung unseres Rechenzentrums benötigten wir eine schnelle Lösung. Aus den Medien haben wir von dem Datacenter Container erfahren, der als komplett ausgestattetes Rechenzentrum all unsere Anforderungen erfüllt.“
Diese Art von transportablen, teil- oder vollautarken Rechenzentren ist eine Spezialität des Herstellers, die als kurz- oder längerfristiges Provisorium vor allem bei Baumaßnahmen zum Einsatz kommt. Zahlreiche DCCs stehen daher bereits an verschiedenen Orten in Deutschland, wie der zuständige Produkt-Manager Philipp Müller ausführt.
„Ein DCC lässt sich beispielsweise als Interims-Rechenzentrum während Aus- oder Umbaumaßnahmen, bei Platzmangel etwa an denkmalgeschützten Gebäuden oder zur Erweiterung bei Kapazitätsengpässen einsetzen“, sagt er. „Auch moderne Großrechenzentren setzen auf die Container-Module, da mit ihnen die Rechenkapazität nach Bedarf skaliert werden kann, was die Auslastung erhöht.“
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