Universal Call Authentication nutzt neuen Personalausweis

Vertrauliche Telefonate via Smartphone

12.08.2011 | Redakteur: Peter Schmitz

Schnelle, sichere und kostengünstige Authentifizierung direkt am Telefon mit Smartphones und der eID-Funktion des neuen Personalausweises (nPA).

Informatiker der Hochschule Darmstadt haben mit der Universal Call Authentication (U-CAN) eine Lösung entwickelt, die eine schnelle, sichere und kostengünstige Authentifizierung direkt am Telefon ermöglichen soll. Dazu kommt die elektronische Identität (eID) des neuen Personalausweises (nPA) zum Einsatz.

Bei Telefonaten mit Behörden, Banken oder Rechtsanwälten werden vertrauliche Daten ausgetauscht. Oft ist es aber schwierig, die Identität des jeweiligen Gegenübers sicher festzustellen – ein zeit- und kostenintensiver Behördenbesuch oder Gang zur Bank kann notwendig werden. Mit der Universal Call Authentication (U-CAN) haben Informatiker der Hochschule Darmstadt jetzt eine technische Lösung entwickelt, die der breiten Bevölkerung erstmals eine schnelle, sichere und kostengünstige Authentifizierung direkt am Telefon ermöglicht.

Für U-CAN macht sich das Darmstädter Forscherteam eine bereits existierende technische Infrastruktur zunutze. Denn mit dem neuen Personalausweis und der steigenden Zahl an Smartphones ist die nötige Hardware bereits flächendeckend vorhanden. Telefonbesitzer laden sich aus dem Internet lediglich die U-CAN-App herunter. Um dann etwa den Kontostand abzufragen, authentifiziert sich der Telefonierende bei seiner Bank, indem er die Applikation startet und seinen Personalausweis an das Telefon hält.

Anschließend wird die elektronische Identität geprüft und bestätigt. Die Bank authentifiziert sich wiederum über ein spezielles digitales Zertifikat. Rechtsanwälte oder Ärzte nutzen ihren Personalausweis zur Identifizierung.

U-CAN ist aber nicht nur für den Einsatz auf Smartphones, sondern als Universallösung konzipiert. Auch via Festnetz, Mobilfunk und bei direkten Telefonaten über das Internet (VoIP) sollen künftig sichere Telefonate über eine verschlüsselte Verbindung möglich sein. „Wir übertragen damit die bereits existierende Kommunikation mit Webseiten, für die ein spezielles Lesegerät nötig ist, auf die gesamte Telefonie“, sagt Andreas Plies, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Informatik. Potenzial versprechen sich die Forscher auch durch den Einsatz im gewerblichen Bereich. Unternehmen könnten hierdurch ihren telefonischen Geschäftsverkehr sicherer machen.

„Die bisher existierenden Methoden zur Feststellung der Identität in der telefonischen Kommunikation sind in Bezug auf die Bestimmung der Identitäten der Gesprächsteilnehmer noch unzureichend“, bilanziert Projektleiter Prof. Dr. Michael Massoth vom Fachbereich Informatik der h_da. „Es besteht der Bedarf an einer zuverlässigen Lösung, insbesondere für jene Telefonate, in denen aufgrund des vertraulichen Gesprächsinhaltes oder gesetzlicher Vorgaben eine Authentifizierung der Gesprächspartner erforderlich ist. Mit U-CAN ist dies nun möglich.“

Basis für U-CAN ist einerseits die von Andreas Plies am Fraunhofer SIT entstandene Masterarbeit zur sicheren VoIP-Telefonie. Auch Torsten Wiens, Mitglied im zehnköpfigen U-CAN-Forscherteam, setzte sich in seiner Abschlussarbeit mit der Sicherheit von Telefonaten auseinander. Beide Arbeiten bildeten die Grundlage für den universellen Ansatz von U-CAN.

Derzeit tüfteln die Forscher an einem Prototypen, der voraussichtlich im Herbst präsentiert werden kann. Die technischen Details des universellen Ansatzes sollen patentiert werden. Zudem sucht das Team nach Investoren, die U-CAN in den Markt bringen.


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