Mitteilungsfreudige Technologie

Cryptalloy-Ausweishüllen für RFID-Skeptiker

15.04.2011 | Redakteur: Stefan Riedl

Stefan Horvath ist Geschäftsführer bei Kryptronic Technologies.

Es sind nicht nur Verschwörungs-Theoretiker, sondern auch Security-Spezialisten, die auf die Missbrauchs-Möglichkeiten der RFID-Technologie hinweisen und ihre neuen Personalausweise durch Spezialhüllen schützen. IT-BUSINESS sprach mit Stefan Horvath, Geschäftsführer bei Kryptronic, über das Geschäft mit RFID-Shielding-Technologie.

ITB: Sie stellen Ausweishüllen her, die verhindern sollen, dass RFID-Informationen ausgelesen werden können. Wie laufen die Geschäfte?

Horvath: Danke, gut. Generell legt unser Umsatz im selben Maße zu wie die Verbreitung der RFID-Chips. Die Menschen sind durch Medienberichte über Sicherheitslücken sensibilisiert: Vielen ist einfach nicht wohl bei dem Gedanken, dass ein Chip in ihrer Jackentasche ohne ihr Wissen abgefragt werden kann. Einen weiteren Nachfrageschub erleben wir seit der Einführung des neuen Personalausweises, der ja bekanntlich einen RFID-Chip beinhaltet. Auch wenn Experten immer wieder beteuern, der Chip sei sicher: Die Erfahrung zeigt doch, dass jede logische Barriere früher oder später geknackt wird.

ITB: Die ausstellenden Behörden gehen davon aus, dass der neue Perso sicher ist. Was lässt Sie und Ihre Kunden zweifeln?

Horvath: Der neue Personalausweis ist zehn Jahre lang gültig, und vielen meiner Kunden erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass in diesen zehn Jahren niemand die internen Sperren überwinden wird. Immer mehr Menschen wollen hier auf Nummer sicher gehen – zumal eine wirkungsvolle Abschirmung für den Endkunden schon für unter fünf Euro zu haben ist. Aber es gibt auch anspruchsvollere Produkte. Wir arbeiten hier mit führenden Produzenten im Leder- und PBS-Bereich zusammen.

ITB: Welche wichtigsten Szenarien werden diskutiert, bei denen RFID-Technologie missbraucht wird?

Horvath: Die Gefahren sind so vielfältig wie die RFID-Technik selbst. Der neue Personalausweis ist – zumindest grundsätzlich – von Behörden oder Geheimdiensten auslesbar. Damit sind eine Reihe von Überwachungsszenarien denkbar, die so nicht eintreffen müssen, aber eintreffen können. Aber auch Hacker werden Mittel und Wege finden, an Zertifikate heranzukommen, die ein Auslesen ermöglichen. Die Frage ist für viele nicht ob, sondern wann der neue Perso geknackt ist. Die Aussage „bei uns kann so etwas nicht passieren“, hat man ja schon zur Genüge in anderem Zusammenhang gehört…

ITB: Wie ist aus Ihrer Sicht die Sicherheitslage bei Firmenausweisen, die als Zugangskontrolle verwendet werden?

Horvath: Während die offiziellen Ausweisdokumente vergleichsweise gut gesichert sind, kommen im Bereich der Zugangskontrolle oftmals RFID-Cards zum Einsatz, die ohne großen Aufwand ausgelesen werden können.

ITB: Sprechen Sie eher von der theoretischen Möglichkeit oder von praktischen Erfahrungen aus Ihrem Geschäft?

Horvath: Erst von Kurzem konnte ich einen Mitarbeiter eines DAX-Unternehmens mit einer einfachen Demonstration überzeugen. Ich habe ihm in zwei Minuten eine Kopie seines RFID-Sicherheitsausweises gemacht. Dazu braucht man nichts weiter als Lese- und Schreibgeräte, die im Handel frei erhältlich sind. Die Ausweiskopie hat übrigens hervorragend funktioniert – und eine größere Bestellung an Cryptalloy-Ausweishüllen nach sich gezogen.

ITB: Welche weiteren RFID-Tags sichern sie mit ihren Produkten?

Horvath: Die Liste lässt sich lange fortsetzen: RFID gibt es in Kunden- Service- und Bezahlkarten oder Auto-Schließanlagen. So mancher Zeitgenosse weiß heute gar nicht, wie viele RFID-Tags er eigentlich mit sich herumträgt. Und wie sicher oder unsicher jedes davon ist – wer kann und will das schon beurteilen?

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum RFID-Missbrauch in der Kriminalstatistik und der Zusammenarbeit mit Resellern.

Kryptronic und Cryptalloy

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