10.09.2008 | Redakteur: Andreas Bergler
Rolf Wensing vom Partnermanagement von Reddoxx sieht in puncto eMail-Security viele neue Projekte auf Systemhäuser zukommen. Ausführliche Informationen zum Thema Security bieten die IT-SECURITY 2008 Partner Solution Days & IT-Entscheider-Kongress der IT-BUSINESS Akademie.
ITB: Warum ist gerade der Schutz des eMail-Verkehrs heute so wichtig?
Wensing: Das Medium eMail hat sich in den letzten Jahren zum Werbeträger und Kontaktmittel Nr. 1 entwickelt. 94 Milliarden US-Dollar sind alleine mit Spam-Mails erwirtschaftet. Das ist mehr Umsatz, als der internationale Drogenhandel weltweit einbringt. Da eMails nicht nur Werbebotschaften übertragen, sondern im schlimmsten Fall auch Schadprogramme dem PC zuführen können, ist dieses Medium natürlich ein beliebtes Mittel geworden, Firmen gezielt zu attackieren. Jedes Unternehmen ist heute gezwungen, entsprechende Schutzmaßnahmen einzubauen, um nicht jedem Tür und Tor via eMail zum geheimsten Inneren des Unternehmens zu öffnen. Ferner auch, um wertvolle Arbeitszeit einzusparen, die der Mitarbeiter mit dem Löschen unerwünschter eMails verbringt.
Wensing: Informationen und Daten über Kunden, Projekte oder Aufträge sind des Unternehmens höchstes Gut. Die gezielte und organisierte Archivierung dieser Daten ist ein zwingendes Muss, wenn man lange erfolgreich am Markt agieren will. Archivierungsvorschriften steuerrelevanter Daten die auch für eMails gelten, erlegen dem Unternehmer sogar die Pflicht auf, eMails ordentlich und gesetzeskonform zu archivieren. Für den IT-Dienstleister ist diese gesetzliche Auflage die ideale Grundlage, seine Kunden entsprechend erneut zu besuchen, zu beraten, über gesetzliche Neuerungen zu informieren und die entsprechenden Systeme beim Kunden zu implementieren. Sicherheitskonzepte im Unternehmen müssen ständig kontrolliert, überdacht und falls nötig angepasst werden. Die Kombination aus eMail-Sicherheitslösung und passender eMail-Archivierung schafft die Grundlage, langfristige Kundenbindungen zu erzeugen, da immer wieder Beratungsbedarf entstehen wird.
Wensing: eMail-Signaturlösungen beweisen die Echtheit des Absenders und Unveränderbarkeit der geschriebenen eMail. Spammer arbeiten aus der Anonymität heraus und eine qualifizierte Signatur würde den Absender zwingen, seine Identität preiszugeben – Stand heute mit Sicherheit das wirksamste Mittel Spam-Mails zu bekämpfen. Voraussetzung dabei ist, dass alle Kommunikationspartner über eine eMail-Signaturlösung inklusive qualifizierter Signatur verfügen. Es dürften dann auch nur eMails angenommen werden von Absendern, die ebenfalls qualifiziert signierte Mails versenden und Signaturen, denen man als Unternehmen vertraut, um einen wirksamen Schutz aufzubauen. Wann ein solcher Standard der eMail-Kommunikation zu erwarten ist und ob er sich je wirklich durchsetzen kann ist unklar. Die Automobilindustrie und Energieversorger machen es vor: Es werden in bestimmten Bereichen nur noch qualifiziert signierte Mails angenommen. Hier werden automatisch alle betroffenen Zulieferer und Kommunikationspartner gezwungen, sich entsprechende Lösungen anzuschaffen. Auch hier bietet sich eine hervorragende Grundlage für Dienstleister, tätig zu werden und beratend dem Kunden erneut zur Seite zu stehen. Für viele kleine und mittelständische Unternehmen ist es schwierig, alle Probleme gleichzeitig in den Griff zu bekommen. Spam nimmt überhand und Archivierungsvorschriften zwingen zum Handeln. An eMail-Verschlüsselungs- und Signaturlösungen kommt man langfristig nicht vorbei. Ideal für den klein- und mittelständischen Unternehmer bieten sich hier kombinierte eMail-Management-Lösungen an, die alle Module zur sicheren Kommunikation enthalten. Nach Bedarf lassen sich einzelne Lösungen nach und nach freischalten, um langfristig für die Zukunft gerüstet zu sein, kurzfristig aber dem nötigsten Bedarf zu entsprechen.
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