Deutschland-Geschäft kommt nur langsam in fahrt

Salesforce wirbt für mehr Vertrauen

14.11.2006 | Redakteur: Philipp Ilsemann

Clarence So ist neuer Marketingchef von Salesforce.com in EMEA

Zäh. Da viele deutsche Unternehmen noch Vorbehalte haben, ihre Kundendaten auf US-Server auszulagern, läuft das Geschäft von Salesforce.com hierzulande nur langsam an. Dennoch haben Entwicklungspartner schon heute die Möglichkeit, am On-Demand-Modell zu partizipieren.

Das Geschäft mit On-Demand-Lösungen brummt, zumindest in den USA. In seinem Heimatland hat sich Salesforce.com als Pionier mit gehosteten CRM-Lösungen einen Namen gemacht und agiert dort überaus erfolgreich. Bis nach Deutschland ist der Trend, seine Kundendaten kostengünstig auf externe Server auszulagern, jedoch nur teilweise gekommen.

„Es ist eine Vertrauensfrage“, begründet Clarence So, frisch gebackener Marketingchef von Salesforce in Europa, die Zurückhaltung. „Es ist wie vor hundert Jahren mit den Banken“, so So. Damals hätten die Menschen noch Angst davor gehabt, ihr Geld aus der Hand zu geben, nun geschehe der gleiche Prozess mit den Kundendaten. „Es herrscht derzeit ein Informationsdefizit“, zu dem auch die starke Position von SAP in Deutschland beitrüge. Die Hauptaufgabe von Salesforce und seinen Partnern sei daher, Missionars-Arbeit zu betreiben und den Kunden die Ängste zu nehmen, indem die Vorteile von On-Demand gepriesen werden, namentlich die kurze Einführungszeit und die damit verbundenen geringeren Startkosten.

Doch auch, wenn die Nachfrage in Deutschland noch hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, Partner mit Entwicklungs-Know-how können schon heute am On-Demand-Geschäft von Salesforce teilnehmen. Etwa zehn Unternehmen aus Deutschland sind bislang mit eigenen Lösungen auf dem Anwendungsmarktplatz Appexchange vertreten, der Anfang des Jahres ins Leben gerufen wurde. Die Firma Clienthouse aus Jena vermarktet dort ihren selbst entwickelten Campaign Mailer. Zielgruppe sind dabei nicht nur die zaudernden Deutschen, sondern Unternehmen aus der ganzen Welt – gelebte Globalisierung also.

„In Deutschland sehe ich das Potenzial für 200 solcher Firmen“, erläutert Clarence So im Gespräch mit IT-BUSINESS NEWS. „Diese müssen dafür aber global denken“, so der Marketingchef. Die Plattform sei ideal für Start-ups. In den USA bietet Salesforce Kleinunternhemen mit dem Programm „Incubator“ gar die Möglichkeit, sich Büroarbeitsplätze zu mieten, um von dort aus ihr Geschäftsmodell aufzusetzen. Für Deutschland ist solch ein Konzept jedoch noch nicht vorgesehen. „Der nächste Schritt wäre London“, sagt So. pi

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