CeBIT 2016: Von Mikro- bis Makro-Rechenzentren

Rittal zeigt standardisierte Infrastruktur für IT-Fabriken

| Redakteur: Ulrike Ostler

Auf der CeBIT 2016 zeigt Rittal modulare und vordefinierte Container, mit denen Unternehmen sehr schnell ein Rechenzentrum realisieren können.
Auf der CeBIT 2016 zeigt Rittal modulare und vordefinierte Container, mit denen Unternehmen sehr schnell ein Rechenzentrum realisieren können. (Bild: Valéry Kloubert/Rittal/CeBIT 2015)

Schon einmal vom „Lefdal Mine Datacenter“ gehört? fünf unterirdische Stockwerke Rechenzentrum in einer alten norwegischen Mine: 75 Kammern mit bis zu 120.000 Quadratmeter RZ-Fläche, geplante Inbetriebnahme gegen Ende diese Jahres. IBM Norwegen und Rittal statten diese IT-Fabrik aus.

Seit etwa rund drei Jahren befindet sich das Projekt Lefdal Mine Datacenter in der heißen Phase; den 2013 erhielt IBM Norwegen den Planungsauftrag. Erste Evaluationen zur Machbarkeit reichen allerdings ins Jahr 2010 zurück. Auch Rittal stieg im Jahr 2013 ein, in dem Jahr, in dem der Hersteller auf der damaligen CeBIT das Produkt „Rimatix S“ erstmals vorstellte.

Für die Lefdal-Mine haben die Projektpartner einen Container entwickelt, der sich innerhalb von sechs Wochen bauen und aufstellen lässt. „Der Vorteil einer solchen Lösung besteht darin, dass sich die Container schon vorab bestücken und testen lassen“, erläutert Martin Kipping, Technischer Direktor der Rittal GmbH & Co. KG.

In der Mine sollen die Container face-to-face in einer Art Regal-System montiert werden, und zwar dreistöckig. Die Gänge in der Mine sind so breit, dass Lastwagen auch aneinander vorbeifahren können. Somit sollte es kein Problem sein, die Container aufzustellen.

Das Minen-Rechenzentrum

Die Vorarbeiten seien nahezu abgeschlossen, erläutert Kippling. Derzeit werden letzte Sicherungsmaßnahmen abgeschlossen, etwa die Verstärkung der Wände durch Stahlstreben. Man wolle absolut sicher gehen, dass kein Gestein abbröckeln könne. Immerhin solle ein Regal um die 30 Tonnen aufnehmen.

Gekühlt wird das geplante Rechenzentrum mit Fjordwasser, das gleichmäßig 7,5 Grad hat. Im Herbst dieses Jahres soll eine Kühlleistung von 45 Megawatt erreicht sein. Laut Kipping wird Lefdal Mine mit 50 Prozent geringeren Investitionskosten errichtet als ein vergleichbares Rechenzentrum in Frankfurt.

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Das habe hauptsächlich zwei Gründe: Der Bau, also die Mine, existiert bereits – übrigens mit einem natürlichen EMP-Schutz – und die Kühlflüssigkeit ist eine nie endende Ressource. Zwar werde das erhitzte Wasser wieder ins Meer geleitet, doch der nahe Atlantik-Zugang sorgen für ständigen Wasseraustausch im Fjord, so dass mit Erwärmung in Küstennähe nicht zu rechnen sei.

Das Stromnetz mit einer Kapazität von 2.500 Megawatt hat derzeit eine statische Verfügbarkeit von 99,997 Prozent, was etwas dem der Klasse 3 entspricht. Zudem gibt es einige Wasserkraftwerke in 20 Kilometern Entfernung zur Mine, die das Rechenzentrum redundant versorgen können. Derzeit liefern die Netze 12,7 Terawattstunden (TWh) Strom, davon stammen 6,7 TWh direkt aus der Gegend.

Trotz der nachhaltigen Erzeugung gilt das norwegische Stromnetz als eines der zuverlässigsten und der Strom ist etwa um die Hälfte günstiger als in Deutschland. Somit lasse sich das Rechenzentrum nicht nur um die Hälfte kostengünstiger bauen, sondern auch 40 bis 50 Prozent günstiger betreiben als in Frankfurt.

Der Vorteil von Containern liegt in der schnellen Verfügbarkeit und der hohen Flexibilität am Aufstellort.
Der Vorteil von Containern liegt in der schnellen Verfügbarkeit und der hohen Flexibilität am Aufstellort. (Bild: Valéry Kloubert/ Rittal)

Ein Container besteht jeweils ein einer Stromversorgungs-, einer Kühl- und einer IT-Einheit. Der Verfügbarkeits-Level entspricht Tier III, das modulare Stromversorgungskonzept siehe Erweiterungen in 7,5 Megawatt-Blöcken vor. Auf der CeBIT zeigt Rittal einen Prototypen des Lefdal-Containers. Dieser steht vor der Halle 2 in der Nähe des IBM-Messestands.

Bernd Hanstein, Hauptabteilungsleiter Produkt-Management IT bei Rittal, sagt: „Unsere Kunden müssen schnell und mit klar kalkulierbaren Kosten eine Energie-effiziente und ausfallsichere IT-Infrastruktur aufbauen. Wir zeigen, wie es mit modularen und vordefinierten Container-Lösungen gelingt, eine physische IT-Infrastruktur für eine sichere Private Cloud-Umgebung aufzubauen.“

Produkte für den Mittelstand

Doch Rittal präsentiert sich nicht nur als Partner für Mega-Datacenter, sondern in Halle 12, Stand B33, auch als Lieferant für mittelständische Unternehmen, die für ihr Geschäftsmodell Energie-effiziente und zukunftssichere Rechenzentren benötigen. Die ausgestellten Exponate veranschaulichen, wie sich aus Komponenten für Rack, Cooling, Security, Power und Monitoring Komplett-lösungen mit hohem Kundennutzen aufbauen lassen. Die Schwerpunkte des Messeauftritts bilden auch hier Komplettlösungen - Einzelschränke (Smart Packages) und Micro-Datacenter.

In diesem Zusammenhang hat sich Rittal mit der IT-Infrastrukturlösung „Smart Package“ etwas Besonderes einfallen lassen: ein standardisiertes, smartes Rechenzentrumsmodul bestehend aus zwei Racks mit vordefinierten Komponenten für Kühlung, Energieversorgung, Monitoring und IT-Sicherheit.

RiMatrix BCC

Highlight ist in diesem Jahr „RiMatrix BCC“ (Balanced Cloud Center), das aus standardisierten ISO Server-, Klima- und Power-Containern besteht und gemeinsam mit der Innovo Cloud GmbH entwickelt wurde.

Darüber hinaus werden die aktuellen IT-Server- und Netzwerkschränke „TS IT“ und „TE 8000“ mit ihren vielfältigen Ausbauoptionen vorgestellt.

In Halle 12 findet auch die Datacenter-Fachkonferenz statt, an der sich Rittal aktiv mit Vorträgen beteiligt.

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