Alles nur ein Irrtum?

RIM – Zwischen Privat- und Geschäftskunden

| Autor / Redakteur: Mark Schulte / Katrin Hofmann

Mark Schulte, Consultant bei IDC in Frankfurt
Mark Schulte, Consultant bei IDC in Frankfurt

Es war in den Medien: RIM, der Hersteller von Blackberry-Smartphones, wird sich aus dem Privatkundengeschäft für seine Geräte zurückziehen. Die Medienberichte basierten auf Kommentaren vom kürzlich angetretenen CEO Thorsten Heins während seiner Vorstellung des aktuellen Quartalsberichts, in dem der Absatz und Gewinn unter den Erwartungen der Analysten blieb.

RIM-CEO Thorsten Heins sagte, dass RIM sich wieder auf den Geschäftskundenbereich fokussieren werde, wo die Stärken der Geräte wie Sicherheit eine entscheidendere Rolle spielten.

Wir vermuten, dass Heins' Kommentare über den Privatkunden-Markt weitgehend missinterpretiert wurden. Auch nachfolgend getätigte Aussagen von RIM lassen vermuten, dass die Berichterstattung über den Rückzug aus dem Konsumentenmarkt irreführend ist.

Auf den ersten Blick erscheint es sinnvoll, dass sich RIM auf seine Kern-Stärken und auf den Geschäftskundenbereich re-fokussieren will. Doch aus unserer Sicht wäre es ein Fehler, wenn RIM als Konsequenz daraus den Privatkundenmarkt aus den Augen verliert. Bei genauerer Betrachtung wird die Problematik klarer: Was würde es in der Praxis bedeuten, sich aus dem Privatkundengeschäft zurückzuziehen? Aufzuhören Blackberries über Mobilfunkanbieter zu verkaufen? Das wäre selbstmörderisch. Den Blackberry Messenger absetzen? Diesen bislang erfolgreichen Dienst einzustellen erscheint abwegig. App World aufgeben? Da die Verfügbarkeit von Apps entscheidend für den Erfolg eines Smartphones ist, wäre dies mehr als riskant.

„Unlogischer Schritt“

Tatsächlich wäre ein Rückzug aus dem Privatkundengeschäft bei näherer Überlegung ein unlogischer Schritt: Ein sich ausweitender Trend in der Beschaffung von mobilen Geräten in Unternehmen ist „Consumerization“ beziehungsweise „Bring Your Own Device“. Anstelle, dass Unternehmen zentral Endgeräte auswählen und beschaffen, bringen Mitarbeiter ihre privat beschafften Geräte in das Unternehmen ein, das für das Funktionieren der Geräte im Unternehmensumfeld Sorge trägt. Es wäre aus Sicht von RIM ein strategischer Fehler, sich auf den zentralen Einkauf zu verlassen zu einer Zeit, in der dessen Bedeutung am Anfang eines langfristigen Abschwungs steht.

Daher sind wir der Meinung, dass sich RIM nicht aus dem Privatkundengeschäft zurückziehen wird und dies auch nicht tun sollte. RIM hat aber offensichtlich einen größeren Kurswechsel im Sinn. Unternehmen, insbesondere solche die „Consumerization“ in ihre Strategie mit einbeziehen, sollten die weiteren Entwicklungen gespannt beobachten.

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