23.05.2008 | Redakteur: Harry Jacob
Legt man die Sätze für Bild- und Tonträger, nach denen beispielsweise auch CD- und DVD-Rohlinge belegt werden, als Richtschnur an, so könnte eine 320-Gigabyte-Festplatte bei unterstellten 150 Stunden Video-Speicherkapazität um 15,59 Euro (brutto) teurer werden – bei Preisen von derzeit 49 Euro aufwärts eine Preissteigerung um bis zu 33 Prozent, bei einem weiteren Preisverfall noch deutlich mehr. Solange keine konkreten Forderungen der ZPÜ auf dem Tisch liegen, ist das jedoch Spekulation, mit der kein Hersteller seine Preise gestalten oder fundiert Rücklagen bilden kann.
In einem Schreiben, das die ZPÜ seit Januar an Hersteller und Importeure verschickt, weist die Gemeinschaft der Rechteverwerter die lange Liste der jetzt abgabepflichtigen Geräte aus, die Sie am Ende des Artikels finden können. Vermutlich ist auch der ZPÜ klar, dass die geforderte Summe von einem Euro pro Gigabyte Speicher zu hoch ist. Dies würde ja nicht nur Apples Ipods treffen, sondern alle Gadgets, die in der Lage sind, MP3- oder andere Audio- oder gar Video-Files abzuspielen, beispielsweise Handys und entsprechend ausgestattete USB-Sticks. Aber die Rechteverwerter setzen damit einen Markstein, von dem aus verhandelt wird – und schüren so die Wut in der IT- und CE-Branche.
Hersteller, Importeure und Distributoren machen deshalb Druck über den Bitkom, zu einer schnellen und vernünftigen Lösung zu kommen. Der Branchenverband konnte jedoch schon im Gesetzgebungsverfahren seine Vorstellungen nicht durchsetzen. Auch jetzt sieht es nicht nach einer gütlichen Einigung aus. Letztendlich müssen daher wohl wieder die Gerichte entscheiden, und das kann dauern. Doch die Zeit drängt, denn laut Gesetz müssen sich die Parteien bis Ende 2009 geeinigt haben.
Wer noch alles Geld von den IT- und CE-Herstellern haben möchte ...
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