Auch Cloud-Provider wären betroffen

Bitkom kritisiert Meldepflicht für Hacker-Attacken

08.02.13 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Katrin Hofmann / Katrin Hofmann

Professor Dieter Kempf, Präsident des Bitkom, setzt auf Anonymität.
Professor Dieter Kempf, Präsident des Bitkom, setzt auf Anonymität. (Bild: Bitkom)

IT-Sicherheitsvorfälle sollen gemäß der EU-Kommission künftig von Betreibern kritischer Infrastrukturen an die Behörden gemeldet werden. Der Bitkom befürchtet zu großen bürokratischen Aufwand und warnt vor möglichen Imageschäden.

„Für die Anbieter gängiger Internetdienste ist eine Meldepflicht nicht gerechtfertigt,“ betont Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf. Im Rahmen einer neuen Cyber-Sicherheitsstrategie hat die Europäische Kommission (EU-Kommission) am 07. Februar eine Richtlinie vorgelegt, die auf ein „offenes, freies und chancenreiches Internet“ zielt.

Dem Vorschlag zufolge sollen „Betreiber kritischer Infrastrukturen in bestimmten Bereichen (Finanzdienste, Verkehr, Energie, Gesundheitswesen), Betreiber zentraler Dienste der Informationsgesellschaft (App-Stores, ECommerce-Plattformen, Internetzahlungen, Cloud Computing, Suchmaschinen, soziale Netze) und öffentliche Verwaltungen Risikomanagement-Methoden einführen und große Sicherheitsvorfälle in ihren Kerndiensten melden“.

Neue Behörden vorgesehen

Jeder EU-Mitgliedstaat soll sich dafür der „Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit (NIS)“ unterwerfen und eine entsprechende Behörde aufbauen, die präventiv gegen NIS-Risiken vorgeht und imstande ist, den nötigen Umgang mit gemeldeten Vorfällen einzuleiten beziehungsweise die Reaktion darauf zu benennen.

Eine vorübergehende Unterbrechung bestimmter Online-Dienste sei aber nicht mit Angriffen auf TK-Netze, Verkehrswege oder die Energieversorgung zu vergleichen, wendet Kempf ein. Neben dem bürokratischen Aufwand, der damit auch auf ITK-Firmen zukommen könnte, fürchteten viele der Betriebe Imageschäden, wenn Sicherheitsvorfälle öffentlich bekannt werden. Zudem bestehe dann die Gefahr, dass Nachahmer auf den Plan gerufen werden.

Schon heute Meldung möglich

Darüber hinaus gebe es bereit jetzt ein anonymes Meldesystem für IT-Attacken, das die ITK-Branche in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) betreibt. „Wenn man schnell ein umfangreiches Lagebild zur Cyberkriminalität bekommen will, sind freiwillige Meldungen sehr vieler Unternehmen, die auf Wunsch auch anonym abgegeben werden können, deutlich sinnvoller“, so Kempf. □


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