09.01.2009 | Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Ulrike Ostler
Fünf Millionen Deutsche können kein schnelles Internet nutzen. DSL-Infrastrukturen erscheinen zu teuer, Mobilfunknetze haben erhebliche Lücken. Neue Frequenzbänder sollen helfen, solch „weiße Flecken“ zu erschließen. Die Bundesregierung will nun weitere Lizenzen versteigern. Mobilfunkanbieter E-Plus und Netzwerkausrüster Ericsson prüfen zudem, wie sich freiwerdende Fernsehfrequenzen für HSDPA nutzen lassen.
Noch 2009 will die Bundesregierung Frequenzen in den Bändern von 1,8 GHz, 2 GHz und 2,6 GHz versteigern, so eine jetzt veröffentlichte Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage mehrerer Abgeordneter der FDP-Fraktion im Bundestag. Die Mindestgebote summieren sich dabei auf rund 67 Millionen Euro. Die Bänder sollen für Breitbandtechnologien genutzt werden, darunter High Speed Packet Access (HSPA+), 3G-Long Term Evolution (3G-LTE) oder Worldwide Interoperability for Microwave Access-Time Division Duplex (WiMAX-TDD).
E-Plus will insbesondere das Frequenzspektrum zwischen 790 und 862 Megahertz nutzen, um ländliche Gebiete mit schnellen Datendiensten zu versorgen und setzt ein Pilotprojekt auf. Bei dem Spektrum handelt es sich um die sogenannte „Digitale Dividende“, also auch durch den Wegfall analoger Fernsehsender freiwerdender Bänder.
Die Praxistauglichkeit des Unterfangens soll bis Jahresende in Mecklenburg-Vorpommern getestet werden. Dort werden dieses Jahr 50 Haushalte und Betriebe im Umkreis der Sendestation in Grabowhöfe mit schnellen Netzzugängen versorgt.
Mit einer regulären Nutzung von Fenseh-Frequenzen könnte E-Plus den eigenen Rückstand in Sachen breitbandiger Mobilfunkversorgung reduzieren: Während Wettbewerber Vodafone bereits jetzt 95 Prozent der Bevölkerung mit mobilem Breitband-Internet versorgen kann, will E-Plus erst 2009 mit einem „groß angelegten Netzausbau“ mit EDGE und UMTS beginnen,
Hierbei setzt E-Plus auf den von UMTS bekannten Standard High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) mit maximalen Datenraten von 7,2 Megabyte pro Sekunde. Im Vergleich zu den üblicherweise für UMTS genutzten Frequenzen sollen die UHF-Bänder zwar nicht mehr Daten überträgen, aber höhere Reichweiten zulassen. E-Plus will einen Umkreis von 20 Kilometern versorgen.
Die Netzwerkausrüstung für das Projekt stammt vom Hersteller Ericsson. Die genutzte Technik habe sich bereits im Ausland bewährt, gibt sich Ericsson-Geschäftsführer Carsten Ahrens zuversichtlich. Weltweit habe das Unternehmen bereits 109 von 239 mobilen Breitbandnetzen aufgebaut.
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