Anwendungsarchitekturen kommerzieller Cloud-Provider

Amazon, Google und Microsoft und ihre Schnittstellen

16.04.2010 | Autor / Redakteur: Florian Karlstetter / Ulrich Roderer

Beispiel einer Cloud-Architektur: Microsofts Azure

Cloud Provider bieten zur Anbindung an ihre Umgebungen verschiedene Mechanismen, um Anwendungen zu implementieren. Unternehmen sollten sich darüber informieren, welche Anwendungsarchitektur für die jeweiligen Bedürfnisse am besten geeignet ist: Vor- und Nachteile, welche Anwendungen oder Datentypen gut laufen und Backup.

So stellt die Amazon Elastic Compute Cloud (EC2) beispielsweise virtuelle Machinen zu Verfügung, in die jede Art von Software installiert werden kann. Der Entwickler muss dann selbst dafür sorgen, dass die Anwendung skalierbar bleibt. Im Gegensatz dazu bieten die Clouds von Google und Microsoft jeweils eine Programmierumgebung: Google Apps ein komponentenbasiertes Framework und Microsofts Azure Services Platform, ein .NET-basiertes Framework.

Für den Austausch von Daten und Applikationen sollte daher in einem ersten Schritt festgelegt werden, welche bestehenden Anwendungen und Datenquellen innerhalb einer Cloud-Lösung laufen sollen. Meistens befinden sie sich innerhalb des Rechenzentrums eines Unternehmens. Deshalb muss die Cloud-basierte Lösung Zugriff auf diese Anwendungen und Datenquellen haben.

Die beste Lösung in diesem Fall ist es, sie als Service zur Verfügung zu stellen, die remote aufrufbar sind. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Anbindung über Service-orientierte Architekturen. Allerdings fehlen bei vielen Anwendungen noch geeignete Schnittstellen.

Hürden beim Backup

Im Rahmen einer Infrastructure as a Service (Iaas) wie sie beispielsweise Amazon anbietet, ist es zwar möglich, traditionelle SQL-Datenbanken laufen zu lassen, dennoch ist es notwendig Backups durchzuführen. Da sich jedoch Daten und SQL Server an verschiedenen Orten befinden, funktionieren die üblichen Backup-Mechanismen nicht. Amazons Simple Storage Service (S3) ist in der Lage, Systemdaten für ein Recovery per Backupfunktionen der Systemdatenbank selbst zu speichern. Bei einem Recovery kann die Anwendung per Snapshot gesichert werden.

Obwohl Amazon die Daten des S3-Systems intern repliziert, sollte sich ein Unternehmen nicht blind auf diese Funktionalität verlassen. Zwar hat Amazon mit Elastic Block Storage (EBS) eine Lösung geschaffen, die Systemdaten ohne S3 sichern kann. Wird eine Datenbank auf EBS installiert, wird sie über das Amazon interne Backup gesichert. EBS ist allerdings noch nicht in der Lage Backups von bestimmten Zeitpunkten zu erstellen. Dies obliegt nach wie vor dem Anwender.

Systeme in der Cloud verwalten

Cloud Systeme mit einem eigenen Framework wie Microsoft Azure und Google Apps haben integrierte Management-Funktionen. Sie verfügen über ein Monitoring der Systemlast und können bei Bedarf neue Instanzen einschalten. Die Infrastruktur-basierte Lösung von Amazon nutzt Web-Service-Calls, um einzelne Instanzen zu steuern. Amazon bietet dafür eine Ajax-fähige AWS Management Seite und Firefox das Plug-in Electric Fox. Doch bei beiden handelt es sich um manuelle Verwaltung.

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