Disaster Recovery für virtuelle Server, Teil 2

VMware ESX hat die Marktanteile, Microsoft Hypervisor die installierte Basis

23.12.2008 | Autor / Redakteur: Jacob Gsoedl / Nico Litzel

Zwar lassen sich virtuelle Maschinen im Katastrophenfall einfach und verhältnismäßig günstig im Ausweichrechenzentrum wieder hochfahren. Allerdings können herkömmliche, für physische Server erstellte Disaster-Recovery-Pläne nicht ohne Weiteres auf sie übertragen werden.

An den beiden Marktführern VMware und Microsoft kann man studieren, welche Funktionen sich Kunden wünschen und an welchen die jeweilige Hypervisor-Software bislang noch scheitert. Im zweiten Teil unsere Dreiteilers erklärt die SearchStorage.de-Redaktion die spezifischen Unterschiede.

Momentan ist der ESX Server führend, was den Funktionsumfang, die Performance und die Skalierbarkeit betrifft. Zudem verfügt er über Optionen und architektonische Charakteristika, die sich günstig auf die Datensicherung und aufs Disaster Recovery auswirken: Zunächst einmal läuft der ESX Server nicht auf dem Betriebssystem eines Drittanbieters wie Windows oder Linux. Der ESX Server bootet einen sehr schlanken Kernel, der für eine einzige Sache, die Hypervisor-Tasks, optimiert wurde und nicht den Overhead eines allgemeinen Betriebssystems mit sich bringt.

Zudem arbeitet der ESX Server mit dem Virtual Machine File System (VMFS), einem speziell für die Virtualisierung konzipierten Cluster-Dateisystem. Ein gemeinsam genutzter Speicher ist eines der wichtigsten Erfordernisse, das Hypervisoren erfüllen müssen, um Daten verschiedener virtueller Maschinen nutzen und im laufenden Betrieb migrieren zu können. „VMFS unterstützt eine Datenmigration im laufenden Betrieb und ermöglicht es mehreren virtuellen Maschinen, sich gemeinsam ein logisches Laufwerk, eine LUN, zu teilen, trotzdem kann es einzelne Maschinen schwenken oder migrieren“, erklärt Noemi Greyzdorf, Research Manager Storage Software beim Analysten IDC.

Proprietäre Formate erschweren die Dateireplizierung

Doch so gut sich dieses Filesystem für gemeinsam genutzte Daten eignet, VMwares Entscheidungen für ein proprietäres Dateisystem und für Storage Management Tasks stellen für bestehende Datensicherungs-Tools eine Herausforderung dar. Backups von Dateien im Virtual Machine Disk Format (VMDF) zu erstellen oder diese Dateien zu replizieren, ist nicht ohne Weiteres möglich, da dieses Format den meisten Tools unbekannt ist. Um dieses Problem zu lösen, hat VMware eine Reihe von Anwendungen und Tools veröffentlicht, die zwischen den proprietären VMware-Protokollen und –Mechanismen und Standard-Datensicherungsanwendungen vermitteln.

Da virtuelle Disk Files in einem proprietären Dateiformat gespeichert werden, müssen ESX-Anwender auf jeder virtuellen Maschine Backup-Agenten laufen lassen oder sich für VMwares Consolidated Backup (VCB) entscheiden, um in den Genuss einer effizienten und skalierbaren Backup-Lösung zu kommen, die die Server-Performance nur gering beeinflusst. VCB erstellt einen Snapshot der virtuellen Maschine und mountet diesen auf einem zentralen Proxyserver, auf dem die Daten von herkömmlichen Backup-Anwendungen gesichert werden. Während dieses Prozesses stoppt VCB den Zugriff auf das Dateisystem der VM, um sicherzustellen, dass von der virtuellen Maschine ein stabiles Abbild genommen wird.

Weiter mit: Beim VCB der Restore-Aspekt zu kurz

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