SAP will überdurchschnittlich wachsen
Nach einem schwierigen Jahr erwartet SAP neuen Schwung
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Das Jahr 2010 sieht für SAP wieder viel versprechender aus: Bei den Umsätzen mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen wird eine Wachstumsrate von vier bis acht Prozent erwartet – eine sehr aggressive Prognose, die noch über der von IDC für 2010 abgegebenen Prognose von 3,2 Prozent für den weltweiten und 1,5 Prozent für den deutschen Softwaremarkt liegt.
1. Neue Vertragsabschlüsse werden nicht nur im Kerngeschäft ERP, sondern aus neuen Bereichen im Markt für Unternehmensapplikationen kommen.
Aus Lösungssicht sind vor allem folgende Bereiche besonders interessant: Applikationen für Business-Anwender (also beispielsweise
Geografisch betrachtet werden insbesondere in den Schwellenländern neue Kunden und steigende Umsätze erwartet. Aus Branchensicht werden Wirtschaftszweige, die in der Vergangenheit nicht unbedingt zum SAP-Stammgeschäft zählten, 2010 für wichtige Wachstumsimpulse sorgen, darunter Banken und Versicherer, der Einzelhandel und die Rohstoffindustrie. Insbesondere auf dem deutschen Markt ist SAP durch den Deutsche Bank Deal zur Einführung der Standardsoftware SAP for Banking Solutions bereits zum Anfang diesen Jahres einen großen Schritt weiter gekommen.
2. Business ByDesign im Speziellen und Subskriptionsumsätze im Allgemeinen tragen zum Umsatzwachstum 2010 nicht wesentlich bei.
Laut SAP-Ankündigung soll Business ByDesign mit voller Mandantenfähigkeit für kostengünstige Skaliermöglichkeiten ab Mitte des Jahres allgemein verfügbar sein. Allerdings erwartet sich SAP vor 2011 keine wirklich signifikanten Erträge mit diesem Produkt. Das Unternehmen positioniert Business ByDesign nach wie vor als Produkt für Mittelständler (100 bis 500 Mitarbeiter) mit nicht sehr hohen vertikalen, branchenspezifischen Prozessanforderungen.
Außerdem kann der Softwareanbieter eine Reihe von anderen Cloud-Angeboten, insbesondere für die Crystal Business Intelligence Lösungen und im Rahmen von SAP E-Sourcing vorweisen. Kunden können damit einen hybriden Ansatz ins Auge fassen, d.h. einige Module (insbesondere Kern-ERP-Applikationen) können intern vorgehalten und betrieben werden, andere werden bei Bedarf – „on demand“ – zur Verfügung gestellt. Die Subskriptionsumsätze sollen im laufenden Jahr von derzeit 306 Millionen Euro auf ca. 360-380 Millionen Euro steigen; damit machen Subskriptionen auch weiterhin ca. vier Prozent des gesamten Softwaregeschäfts aus. Umsatzzuwächse werden hauptsächlich mit dem Verkauf von ergänzenden On-Demand Produkten (beispielsweise Business Intelligence und so genannte Edge-Applikationen) erwirtschaftet werden.
3. Auch Großverträge, wie sie in der Vergangenheit abgeschlossen wurden, werden beim Umsatzwachstum 2010 kein treibender Faktor sein.
Es ist nicht davon auszugehen, dass sich Großverträge auf dem in der Vergangenheit üblichen Niveau bewegen werden. Vielmehr muss die Bestrebung sein, das Vertragsvolumen der einzelnen Abschlüsse zu erhöhen – das gilt für kleine und mittelständische Betriebe ebenso wie für den Verkauf von komplementärer Software bei den Stammkunden. Für Bill McDermott, zusammen mit Jim Hagemann Snabe, neue SAP-Vorstandssprecher, ist dieses “Volume Selling“ in allen Bereichen eines der wichtigsten Ziele überhaupt.
José Duarte, Präsident von SAP
4. Bei dem für 2010 geplanten Umsatzanstieg wird davon ausgegangen, dass die meisten SAP-Kunden sich für den Enterprise Support, nicht für den Standard Support entscheiden werden.
Am 14. Januar 2010 gab SAP bekannt, dass der Standard Support als Alternative zum Enterprise Support wieder ins Angebot aufgenommen wird. Aus Sicht von SAP wird die Mehrheit der Wartungs- und Support-Umsätze allerdings mit Enterprise und nicht mit Standard Support erzielt werden. SAP muss dazu allerdings in der Lage sein, den Kunden den Mehrwert des teureren Enterprise Supports entsprechend aufzuzeigen, denn dass die Standard Support Option jetzt überhaupt wieder angeboten wird, ist auf entsprechende Forderungen von Seiten der Kunden zurückzuführen. SAP gab demonstrativ keine separate Prognose für die in 2010 für das Lizenz- und Wartungsgeschäft angestrebten Zuwächse ab. Der Hersteller hat hier nämlich ein Problem: Er muss es schaffen, die Rückgänge im Softwarelizenzgeschäft zu stabilisieren, damit nicht als Folge dieser Rückgänge auch das Wartungsgeschäft mit Einbußen zu kämpfen hat.
Insgesamt hat es SAP dank eines effektiven Kostenmanagements im Jahr 2009 geschafft, die Gewinnmargen stabil zu halten. Wie das obere Management verlauten ließ, wird dieser Kurs auch beibehalten werden müssen. Das Unternehmen hat nur Zielvorstellungen für das Gesamtjahr genannt, diese aber nicht auf die einzelnen Quartale herunter gebrochen. Allerdings kann man wohl durchaus behaupten, dass die nächsten Quartale angesichts der angestrebten Umsatzzuwächse entscheidend sein werden, will das Unternehmen die gesteckten Ziele für das Jahr 2010 wirklich erreichen.
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Wafa Moussavi-Amin
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