Kein Warten auf die Überweisung

Factoring als Antwort auf schlechte Zahlungsmoral

21.02.12 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Dr. Stefan Riedl / Stefan Riedl

Wenn sich das Geld rar macht, kann Factoring hilfreich sein.
Wenn sich das Geld rar macht, kann Factoring hilfreich sein.

Auch wenn ganze Euroländer ins Schlingern geraten sind und das Finanzsystem wankt – um die Zahlungsmoral ist es in Deutschland derzeit bestens bestellt. Dennoch kommen Firmen immer wieder in Bedrängnis, weil Kunden nicht zahlen. Factoring könnte aus der Bredouille helfen und das Ausfallrisiko verlagern.

Die Zahlungsmoral in Deutschland verbessert sich, glaubt man den Statistiken des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B. Der so genannte Zahlungsindex, der als Kennzahl für Zahlungsmoral dient, stieg im Januar 2012 auf 87,83 (Dezember: 87,75) Punkte und erreichte damit einen neuen Höchststand. Damit bezahlen die deutschen Unternehmen ihre Rechnungen so pünktlich wie noch nie. D&B-Geschäftsführer Thomas Dold begründete dies – der Euro-Krise zum Trotz - mit der vergleichsweise guten Konjunktur in Deutschland.

Durchschnitt und Einzelfall

Dass sich die Situation statistisch verbessert, heißt aber noch lange nicht, dass keine Unternehmen unter der schlechten Zahlungsunwilligkeit ihrer Kunden leiden. Insbesondere wenn große Rechnungsbeträge auf sich warten lassen, kann es den eigenen Kreditlinien schon mal an die Substanz gehen.

Existenzbedrohend

Marc Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Mittelstands-Bundes (DMB), der in Deutschland die Interessen kleiner und mittelständischer Unternehmen vertritt, beschreibt: „Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sind ausgeschöpfte Zahlungsziele mit mehreren Mahnstufen und Mahnschreiben schwierig, in manchen Fällen sogar existenzbedrohend.“

Fünf bis zehn Prozent

Das so genannte Factoring kann eine Lösung für betroffene Unternehmer sein. Unternehmen verkaufen dabei ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, also die offenen Rechnungen, an einen Factoring-Dienstleister, den so genannten Factor. Die Rechnungsbeträge werden dann sofort unter Abzug eines bestimmten Prozentsatzes ausbezahlt, der beim Factoring in der Regel zwischen fünf und zehn Prozent der Forderung liegt.

Geht es um so genannte 1a-Forderungen, bei denen aufgrund der Kundenbonität ein Zahlungsausfall sehr unwahrscheinlich ist, wird häufig nicht mit einem Abschlag abgerechnet, sondern mit Factoring-Gebühren. Auch hier springt letzten Endes freilich weniger als der ursprüngliche Forderungsbetrag heraus.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum Unterschied zwischen echtem und unechtem Factoring sowie ein Fazit.

Inhalt des Artikels:

  • Seite 1: Factoring als Antwort auf schlechte Zahlungsmoral
  • Seite 2: Echt und unecht

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