18.11.11 | Redakteur: Katrin Hofmann
Deutsche Firmen nutzen den Verkauf von Rechnungen im Vergleich der vier größten europäischen Volkswirtschaften am wenigsten, lautet das Ergebnis einer Studie.
Zwar hätten Unternehmen die Bedeutung des Working Capital Managements zur Freisetzung gebundenen Kapitals schon länger erkannt, allerdings hinkten Firmen hierzulande bei der Nutzung hinterher. Gemäß dem Online-Marktplatz Debitos, auf dem Unternehmen ihre frischen Rechnungen oder ausgefallenen Forderungen veräußern können, nutzen deutsche Betriebe den Forderungsverkauf im Vergleich der vier größten europäischen Volkswirtschaften am wenigsten.
Debitos verweist auf eine Untersuchung von GE Capital, der zufolge lediglich 12.000 deutsche Unternehmen und weniger als ein Prozent der KMUs Forderungsfinanzierung verwenden. In Frankreich dagegen tun dies 35.200 Unternehmen oder drei Prozent der KMUs, in Großbritannien 42.000 Unternehmen oder rund 40 Prozent der dortigen KMUs und in Italien 37.000 Unternehmen oder knapp zwei Prozent aller KMUs.
Dennoch wächst die Nutzung des Factorings hierzulande. Gemäß einer Untersuchung des Deutschen Factoring Verbands betrug das im Jahr 2010 durch Factoring finanzierte Forderungsvolumen 132,3 Milliarden Euro, was eine Steigerung von 37,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Debitos weist darüber hinaus darauf hin, dass Befragungen der Factoring-Verbände ergeben hätten, dass auf sämtlichen Märkten sechs bis zehn Prozent der aktuell ohne Forderungsfinanzierung agierenden Unternehmen geeignete Kandidaten wären. Angewandt auf das deutsche BIP lasse sich so ein Marktpotenzial von mindestens 250 Milliarden Euro errechnen. |HOF
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