03.05.2007 | Redakteur: Stefan Riedl
Wie gut Prognosen für die Zukunft waren, zeigt am allerbesten die Zukunft selbst. Die spektakulären Wachstumsprognosen im Online-Handel aus dem Jahr 2006 haben sich nun bestätigt. 2007 könnte es genauso erfreulich weitergehen.
Nach langer Zeit hat die Zahl der Arbeitslosen im April die psychologisch wichtige Marke von vier Millionen unterschritten. Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesanstalt für Arbeit, geht davon aus, dass sich das Beschäftigungswachstum fortsetzen wird, denn immer mehr Stellen bleiben derzeit offen. Davon kann beispielsweise Martin Wild, Chef des IT-Onlinehandels Home of Hardware, ein Lied singen. Nach Mitarbeitern im Produktmanagement und Online-Vertriebs-Profis sucht er lange und bisweilen vergeblich. Mit der wachsenden Auftragslage stieg im Jahresvergleich 2005/2006 die Anzahl seiner Mitarbeiter von 20 auf 43.
Der Online-Handel ist einer der boomenden Bereiche, die zu diesem Trend beitragen. Das zeigt beispielsweise die Studie »eCommerce 2007«. Das Marktforschungsunternehmen EuPD, das jährlich diese Studie erstellt, überprüft bei der Auswertung der Daten, inwieweit sich die Angaben der Teilnehmer aus dem Vorjahr bestätigt haben. Auf dem Prüfstand stand zunächst, ob die geplanten, hohen Steigerungsraten bei den Mitarbeiterzahlen tatsächlich erfüllt wurden. So gaben in der Studie »eCommerce 2006« knapp drei Viertel (72,5 Prozent) aller Online-Händler an, den Internetvertrieb in 2007 weiter auszubauen. 25,7 Prozent wollten dazu neue Mitarbeiter anstellen. Diese Prognose wurde in der aktuellen Studie bestätigt: 23,2 Prozent aller befragten Online-Händler haben 2006 tatsächlich neue Mitarbeiter eingestellt. Besonders stark war der Anteil an Neueinstellungen in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro und mehr.
Nachdem sich die Prognosen aus dem Jahr 2006 bestätigt haben, ist umso interessanter, was für 2007 geplant ist: Erneut wollen knapp drei Viertel (72,8 Prozent) der Befragten Online-Händler den Internetvertrieb in diesem Jahr weiter ausbauen. »Geplanter Ausbau« bedeutet konkret: Die Produktpalette soll erweitert, mehr Werbemaßnamen gebucht und neue Mitarbeiter eingestellt werden. Nachdem 23,2 Prozent der Online-Shops 2006 Personal aufgestockt haben, wollen dieses Jahr rund 29 Prozent der eTailer weitere Mitarbeiter anstellen. Bei den Shops mit hohen Umsätzen sind es sogar mehr als die Hälfte, deren Personalabteilungen auf der Suche sind. 58,3 Prozent der Online-Shops mit Umsätzen zwischen einer Million und 2,5 Millionen Euro Jahresumsatz planen Neueinstellungen, genauso wie 51,9 Prozent der Online-Shops jenseits der 2,5-Millionen-Grenze.
Die Studie wurde im Auftrag des Online-Bezahldienstleisters Paypal vom Marktforschungsunternehmen EuPD Research durchgeführt. Die Analysten haben dazu Online-Käufer und -Händler befragt. Ende 2006 nahmen 1.035 private Online-Nutzer und Anfang dieses Jahres 504 Online-Händler an der Erhebung teil.
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