Studie zum E-Commerce

Von Händlern geliebte Vorkasse vergrault Kunden

23.04.2010 | Redakteur: Katrin Hofmann

Wer Online-Shopper für sich gewinnen will, sollte Alternativen zur Vorkasse bieten.

Die Vorkasse wird von Online-Resellern als am besten bewertet. Die Kunden allerdings sind davon keineswegs begeistert: Das wissen auch die Web-Verkäufer und bieten deshalb meist unterschiedliche Bezahlmöglichkeiten an.

„Online-Händler, die in ihrem Warenkorb ausschließlich Vorkasse anbieten, werden zunehmend Schwierigkeiten bei der Kundenansprache haben“, ist Sonja Rodenkirchen, Projektmanagerin am E-Commerce-Center Handel (ECC Handel), das gemeinsam mit der Fachhochschule Frankfurt am Main, Paysys Consultancy und Fiveforces eine Studie zum Thema durchgeführte, überzeugt.

Der Untersuchung zufolge ist aus der Sicht des Handels nach wie vor die Vorkasse das bestbewertete Zahlungsverfahren. Denn die Reseller versprechen sich davon das geringste Zahlungsausfall-Risiko und die niedrigsten Kosten. 86 Prozent der 315 Befragten bieten diese Zahlungsoption an.

Allerdings wissen die Anbieter auch, dass diese Variante keineswegs die kundenfreundlichste ist. Im Gegenteil: Bei der Bewertung dieses Kriteriums landete die Vorkasse auf dem letzten Platz.

Denn potenzielle Kunden schreckten vor Händlern, die ausschließlich Vorkasse anbieten, aus Angst vor Betrug zunehmend zurück, so die Studienautoren. Deshalb wachse das Angebot von kundenfreundlicheren Internet-Zahlungsverfahren stetig. Durchschnittlich bietet jeder Händler 4,4 unterschiedliche Zahlungsverfahren an.

Neben der Vorkasse dominieren die Überweisung auf Rechnung nach der Lieferung, die Lastschrift und die Nachnahme. Auch die Zahlung per Kreditkarte hat sich mittlerweile etabliert. Daneben verzeichnen neue „innovative Verfahren“, wie Paypal, Sofortüberweisung.de, Giropay oder Clickandbuy, einen deutlichen Zuwachs an Marktanteilen.


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