26.02.2009 | Autor / Redakteur: Robert A. Schmid / Christian Träger

Er war der letzte Redner auf dem IT-Summit, und er setzte einen fulminanten Schlusspunkt: Raymond Fein, Kommunikations- und Unternehmensberater aus der Schweiz. Seine Verhaltenstipps für die Krise präsentierte er mit Esprit und Tiefsinn.
Fein redete Klartext: »Die Krise ist da.« Doch im Gegensatz zu Prof. Sinn, der in seinem Eröffnungsvortrag nüchtern Zahlen und Fakten präsentierte, bot Fein auch Lösungen und Tipps. »Wenn schon jemand in der Krise kauft, sollten wir ihm etwas Besonderes bieten.« Am Beispiel einer Telefonhotline zeigte er auf, dass der Kunde selten König ist: »Zuerst landen Sie in der Warteschleife, da sind dann schon 4 Euro weg. Dann sagt Ihnen eine deutsche Stimme, dass Sie für den englischen Text Taste 3 drücken sollen und zum Schluss erhalten Sie einen Berater, der nichts weiß.«
Raymond Fein, der in der Schweiz auch als Musiker und TV-Moderator reüssierte, eine private Schule leitete und nun an Hochschulen lehrt, erwartet einen neuen Führungsstil. »In der Krise gilt das Vier-Augen-Prinzip.« Mitarbeiter werden demnach wieder häufiger Entscheidungen mit ihren Chefs besprechen. Der Grund: Keiner kann sich einen Fehler leisten. »In der Krise will der Kunde verstehen, was er kauft. Und er kauft nur, was er braucht.« Als Leitfaden empfahl er sein dreidimensionales Kommunikationsmodell. Fein unterscheidet die drei Ebenen Aktion, Ratio und Emotion.
Altbundeskanzler Helmut Kohl stufte er als rationalen Typ ein, der alles wissen will, bevor er entscheidet, der mit Faktenkenntnis überzeugen will und zur Not auch alles aussitzen kann. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ist für Fein ein Aktionist, der auf Wirkung aus ist, der begeistern und schnell aus dem Bauch heraus entscheiden kann. »In der Krise müssen Sie Ihre Kunden dreidimensional betrachten.« Den Teilnehmern riet er eindringlich, nicht zu glauben, dass sie die Krise schon irgendwie überstünden. »Vielleicht ist es die Zeit für grundlegende Veränderungen.« Eitelkeiten könne sich keiner mehr leisten. In seiner Schweizer Heimat führte Fein zwei Hauptkonkurrenten zusammen. Eine reife Leistung.
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