26.02.2009 | Autor / Redakteur: Robert A. Schmid / Christian Träger
»Wer nur auf Technik setzt, hat verloren«, glaubt Dr. Michael Herbst, Geschäftsfeldleiter der Unity AG. In seiner Keynote zeigte er Entwicklungen der Dienstleistungen im IT-Umfeld auf.
Viele Unternehmen können vielleicht Trends, die für sie relevant sind, wahrnehmen, sie können sie aber nicht umsetzen.« Herbst empfahl daher Firmen eine Einrichtung des Deutschen Bundestages als Vorbild: das Büro für Technikfolgen-Abschätzung.
»Bei Dienstleistungen muss der Kunde mitarbeiten. Anbieter haben meist nur ihre Prozesse im Kopf«, rät Herbst, der Initiator der Studie »Dienstleistungsgesellschaft der Zukunft«. Während bei einer klassischen Dienstleistung wie zum Beispiel einem Haarschnitt Angebot und Nachfrage zeitlich und räumlich zusammentreffen, verliert die Nähe künftig immer mehr an Bedeutung, wie z.B. bei einer Tele-OP. Der Operationsroboter wird über eine Datenleitung gesteuert. Ob der Arzt in Indien oder Ingolstadt sitzt, ist egal. Auch die »Psychodiagnose aus der Dose« hält Dr. Michael Herbst für möglich. Da PCs die Sensorik eines Menschen erkennen können, erhielte der Therapeut schon während des Patientengesprächs wichtige Informationen.
Dank Web 2.0, Wikis und Blogs erwartet Herbst künftig noch mehr Transparenz bei Dienstleistungen, weil Kunden ihre Eindrücke und Wertungen vermehrt digital hinterlassen. Denkbar ist für Herbst vieles: Würden Handys die Körpertemperatur ihrer Benutzer messen, ließe sich die räumliche Ausbreitung von Grippeepidemien verfolgen. Wenn Handys untereinander kommunizieren, könnte über das Benutzerprofil im Falle eines Herzinfarkts blitzschnell ein Arzt im Umkreis des Verunglückten alarmiert werden. Ob’s auch kommt? »Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen«, sagt Herbst schmunzelnd. Warten wir’s ab.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2019799)