03.03.2008 | Autor / Redakteur: Robert A. Schmid / Philipp Ilsemann
Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes BITKOM, fordert mehr staatliche Mittel für die ITK-Branche. Zugleich bemängelte er, dass sich hierzulande viele Innovationen mangels Geld nicht umsetzen ließen.
70 Prozent der staatlichen Mittel für Forschungsförderung gehen in die Luft- und Raumfahrt. »Sie sollten lieber dort ansetzen, wo sie die größte Wirkung erzielen – und das ist die ITK-Branche«, sagte Rohleder in seinem Vortrag. »Wir brauchen einen durchgängigen Entwicklungsansatz und keine 19.000 Cluster bundesweit.« Was er sich darunter vorstellt, erläuterte der beredete Politikwissenschaftler am Beispiel Taiwans, das in zehn Jahren 80 Prozent der weltweiten LCD-Produktion eroberte. »Das geht nur, wenn es einen politischen Willen gibt.«
Rohleder, einer der Mitbegründer des BITKOM, will die Schlüsselbranchen wie Automobilbau, Medizintechnik, Logistik und Maschinenbau stärker vernetzen, weil gerade an den Schnittstellen neue Märkte entstünden. Er beklagte, dass es in Deutschland »hervorragende Technologieanbieter gibt, die aber ihre Produkte nicht loswerden.« Dennoch präsentiere sich die Branche in guter Verfassung. »Wir haben zuletzt starke Zuwächse erzielt. Die IT-Branche boomt, während sich die Gesamtwirtschaft abschwächt.« Auf der CeBIT wird er die exakten Zahlen präsentieren. Die These des Summits »Die Wirtschaft boomt – auch die IT?« ließe sich also auch umdrehen.
Doch Rohleder hatte auch schlechte Nachrichten im Gepäck. Der Fachkräftemangel wird sich noch deutlich verschärfen. Deshalb plädierte er für eine Imagekampagne für die IT-Branche.
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