Fachkongress „VIRTUALISIERUNG & CLOUD COMPUTING 2011“

Warum Virtualisierung die Clients flott und die IT flexibel macht

30.05.2011 | Redakteur: Regina Böckle

Armin Zähring ist Manager Business Unit Desktop Delivery bei Arrow ECS.

Wie er IT-Administrator per Desktop-Virtualisierung auch mobile User im Griff behalten kann, erklärt Armin Zähring, Manager Business Unit Desktop Delivery bei Arrow ECS.

ITB: Warum ist die Software-Inventarisierung so wichtig, wenn die Virtualisierung von Desktops ansteht?

Zähring: Software-Inventarisierung gibt Unternehmen die Möglichkeit, einen Überblick über die eingesetzte Soft- und Hardware zu erhalten. Mit dieser Basis wird ersichtlich, ob sich die aktuell verwendete Hardware für den Einsatz der neuen Software überhaupt eignet. Ein mögliches Ergebnis ist, dass die aktuell verwendete Hardware für die neueste Software aufgrund von Rechenleistung, Speicherausbau et cetera nicht geeignet ist. In dem Fall macht der Einsatz von virtualisierten Anwendungen und Desktops hochgradig Sinn, da die Rechen-Power der Server und nicht der Clients genutzt wird.

Das heißt, ein Unternehmen kann gegebenenfalls ältere Hardware über einen längeren Zeitraum nutzen und die neusten Betriebssysteme und Software Releases einsetzen. Hier kommen dann alle Vorteile zum Tragen, die durch die Zentralisierung und Virtualisierung entstehen.

Ergänzendes zum Thema

Termine: Virtualisierung & Cloud Computing

ITB: Zunehmend entscheiden die Endanwender, auf welchen mobilen Clients sie ihren virtuellen Desktop abrufen wollen. Wie kann der IT-Admin dennoch die Zügel in der Hand behalten?

Zähring: Über Initiativen wie BYOD (Bring your own Device) sind Endanwender in der Lage, eigene Endgeräte auch innerhalb von Unternehmen produktiv zu nutzen. Voraussetzung ist, die Unternehmens-IT unterstützt und erlaubt das auch. Damit können Mitarbeiter das eigene Endgerät, egal ob iPad oder Notebook, auch im Unternehmen nutzen, um beispielsweise auf E-Mails, Unternehmens-Anwendungen wie SAP, Oracle, Sharepoint-Umgebungen oder ähnliches zuzugreifen.

Dazu müsste aber nicht nur der Zugriff möglich sein, sondern die jeweilige Applikation für das entsprechende Endgerät angepasst werden. In der Regel handelt es sich bei den Unternehmensanwendungen um Windows- oder Web-basierte Applikationen, die gegebenenfalls auf einem Endgerät wie einem Android-Tablet oder iPad nicht oder nur eingeschränkt laufen.

ITB: Wie lässt sich diese Einschränkung beheben?

Zähring: Ein Ansatz ist hier, den Citrix-Receiver auf diesen Endgeräten zu installieren und mit dem jeweiligen Endgerät auf zentrale, über Citrix XenApp gehostete Applikationen zuzugreifen, oder aber ganze Desktops wie Windows 7 zu virtualisieren und zentral zu hosten. So können Mitarbeiter flexibel ihre eigenen Endgeräte im Unternehmen nutzen.

Zusätzlich ist auch das Thema Sicherheit abgedeckt, da die Applikationen und deren Daten im zentralen Rechenzentrum verbleiben und nicht lokal abgelegt werden. So verlassen weder Unternehmensdaten das Rechenzentrum, noch besteht die Gefahr, dass bei Verlust eines privaten Endgerätes sensitive Daten in falsche Hände geraten.

ITB: Die Desktops sollen künftig aus der Cloud kommen. Für große Service-Provider und Systemhäuser mit eigenen großen Rechenzentren ist das vielleicht eine Chance, aber welche Rolle und Aufgaben bleiben da noch für den Fachhandel?

Zähring: Fachhändler und Systemhäuser sind nach wie vor gefragt, wenn es um die Umsetzung solcher Projekte beim Endkunden geht. Im ersten Schritt geht es erst einmal darum, herauszufinden ob und in welchem Umfang es Sinn macht, Services wie Anwendungen und Desktops aus der Cloud zu beziehen. Hier geht es um Kosten- und Prozessanalysen, sowie eine konkrete Umsetzungsstrategie. Daher ist sicher ein hohes Maß an Beratung vom Fachhändler nötig.

Aber auch bei der Umsetzung von Cloud-Projekten steht der Fachhändler weiterhin mit seinem Dienstleistungsangebot beratend zur Seite, denn die IT beim Kunden sieht immer unterschiedlich aus. Um Services aus der Cloud zu beziehen, müssen diese in die Unternehmens-IT eingebunden und diese gegebenenfalls angepasst werden.

Schon heute setzen viele Unternehmen auf private Clouds. Diese mit Public Cloud Services zu ergänzen ist dann wiederum Sache der Fachhändler. Dabei geht es um Projektberatung aber auch Consulting-Services bei der Umsetzung.


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