19.04.2011 | Redakteur: Regina Böckle
Martin Niemer, SMB-Director bei VMware, erläutert, wie sich die Cloud auf die Applikationen auswirkt und wie der Hersteller diese Herausforderungen mit vFabric und Cloud Foundry meistern will. Außerdem gibt er einen Einblick auf die Schwerpunkte, die VMware auf dem Fachkongress „VIRTUALISIERUNG & CLOUD COMPUTING“ setzen wird.
ITB: Wie beurteilen Sie die Veränderungen im Rechenzentrum, die durch Cloud Computing ausgelöst werden?
Niemer: Die Kerneigenschaften der Cloud sind das Pooling von Ressourcen und deren effiziente Nutzung, Selfservice, Automatisierung und Skalierbarkeit. Es gilt, diese wichtigen Eigenschaften in das Rechenzentrum der Zukunft sicher und unter Einhaltung von Compliance-Richtlinien zu integrieren. Das erfordert eine gemeinsame Plattform für alle Applikationen und Desktops, um dann über Standardisierung automatisiert Applikationen ausrollen und betreiben zu können. Zu den eigenen Ressourcen im Rechenzentrum können externe Ressourcen aus der Cloud hinzu gemietet werden. Ein einheitliches Management und Security Framework ist hier entscheidend, um externe Services aus der Cloud barrierefrei in das eigene Rechenzentrum zu integrieren. Auch das Management von Applikationen wird sich maßgeblich verändern, da unterschiedliche Ressourcen aus verschiedenen internen und externen Clouds verwaltet und gemanagt werden müssen. Die Grenzen zwischen Rechenzentren lösen sich auf.
Niemer: Im Zuge der Cloud verändert sich der Umgang mit Applikationen massiv. Sie müssen schnell entwickelt werden, massiv skalieren und mit Zugriffsgeräten wie Smartphones und Tablets umgehen können. Mit der Akquisition von Spring Source hat VMware das Framework zur Entwicklung von Java-Apllikationen ins Portfolio genommen und es um Komponenten wie Applikation-Messaging oder Tools zur Optimierung von Datenbankzugriffen erweitert. Damit bietet VMware nun eine umfassende Lösung für eine schnelle Entwicklung und Inbetriebnahme von Applikationen jeder Art. Ein wichtiger Punkt ist die Integration dieser Lösung in die darunter liegende virtualisierte Infrastruktur, so dass Applikationen zum Beispiel automatisch mehr Ressourcen erhalten, wenn sie diese benötigen. Mit Cloud Foundry, der ersten Open Plattform-as-a-Service, liefern wir eine komplette Applikationsplattform, auf der Entwickler schnell und einfach Applikationen entwickeln und betreiben können – sei es in der Public oder in der Private Cloud.
Niemer: So, wie wir den Windows-Desktop heute kennen, ist er sicher ein Auslaufmodell. Nichtsdestotrotz werden wir auch mittel- bis langfristig Windows-Applikationen einsetzen. Sie werden aber Seite an Seite mit Web-Applikationen (SaaS) und Applikationen, die auf anderen Betriebssystemen aufsetzen (Android, iOS, Linux), existieren. Für den Benutzer wird es immer mehr darum gehen, von jedem beliebigen Endgerät aus auf Daten zuzugreifen und Aufgaben zu erledigen. Der eigentliche Desktop mit dem darunter liegenden Betriebssystem wird an Bedeutung verlieren, und es wird verschiedenste Arten bei der Bereitstellung von Applikationen geben. Die Aufgabe der Unternehmens-IT wird es sein, die nötigen Applikationen und Daten zu jeder Zeit in der richtigen Art und Weise bereitzustellen.
Niemer: VMware wird Möglichkeiten vorstellen, wie IT-Organisationen sich näher an den Geschäftsanforderungen von Unternehmen orientieren können und dabei effizienter und flexibler werden. Die IT-Landschaft verändert sich rasant. Insbesondere im Bereich der Applikationen, deren Zugriff durch den Benutzer und deren Bereitstellung im Rechenzentrum, erleben wir eine ungeheure Dynamik. VMware wird Chancen und Herausforderungen dieser Entwicklung aufzeigen, wie Firmen den maximalen Nutzen aus der Cloud ziehen und eine optimale Cloud-Lösung aufbauen können.

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