25.05.2010 | Redakteur: Regina Böckle
Auf dem VIRTUALISIERUNG & CLOUD COMPUTING Kongress 2010 erläutert Keynote-Speaker Matthias Wessner, Managing Consultant bei Login Consultants, die wesentlichen Kriterien für die Wahl des passenden Virtualisierungs-Anbieters. Einige Punkte verrät er vorab im Interview.
ITB: Der Funktions-Umfang der unterschiedlichen Virtualisierungs-Lösungen gleicht sich zunehmend an. An welchen Kriterien kann ein Vertriebspartner oder Anwender sich bei der Auswahl des Herstellers grundsätzlich orientieren, ohne sofort in tiefste Detail-Betrachtungen einsteigen zu müssen?
Wessner: Bei der Produktauswahl von Virtualisierungs-Technologien spielen meiner Meinung nach strategische Faktoren eine größere Rolle, als die einzelnen Funktionen des Produkts. Dabei sind Fragen des Managements, des vorhandenen Know-hows und Produktsupport sehr wichtige Eckpunkte für die Produktauswahl oder auch die Frage, ob man sich von einem einzelnen Anbieter abhängig machen will. Ferner ist die Integration in bestehende Prozesse und ein hierzu entsprechend abbildbares Rollenkonzept für eine Virtualisierungs-Lösung ein wichtiges Auswahlkriterium.
Wessner: Das kommt stark auf die Virtualisierungs-Technologie an. Bei der Server-Virtualisierung waren es die Managebarkeit und die Übertragung von verschiedenen Rollen (delegation of control) der einzelnen Hypervisor-Technologien. Bei der Desktop-Virtualisierung ist es das Erstellen von konkreten Anwenderszenarien mit der Berücksichtigung von „Showstoppern“, wie zum Beispiel spezieller lokaler Peripherie oder auch die Benutzerzufriedenheit. Bei der Anwendungs-Virtualisierung sind es die Umsetzung von Software-Update-Prozessen oder auch die Berücksichtigung von Lizenzmodellen.
Wessner: Die Interoperabilität spielt eine große Rolle, da man in der derzeitigen Situation nicht 100-prozentig abschätzen kann, welcher Anbieter auf längere Sicht sich wie entwickeln und wer sich letztlich durchsetzen wird. Gibt es eine Interoperabilität, so kann einfach eine Schicht einer Lösung ausgetauscht werden, ohne die Gesamtarchitektur in Frage zu stellen. Sicher ist aber der Grad der Interoperabilität hier entscheidend, da eine rudimentäre Interoperabilität aus Sicht des Managements und damit der Betriebskosten unwirtschaftlich sein kann. Ein hohes Maß an Interoperabilität ermöglicht hingegen unter Umständen die Reduzierung der Managementwerkzeuge und damit des Know-hows und der Betriebskosten.

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