03.11.2009 | Redakteur: Erwin Goßner

Auf dem LG Partner Solution Forum hielt Dr. Ulrich Leiner vom Fraunhofer-Institut die Keynote zum Thema „Die Zukunft der Stereo-Displays“. Im Gespräch mit IT-BUSINESS beschreibt er Entwicklungen und Zusammenhänge.
ITB: Herr Dr. Leiner, einst wurden die Displays farbig, jetzt geht es hin zu Stereoskopie und Interaktion. Ist der Anwender schon so weit?
Leiner: Es gibt dazu eine nette Geschichte. In den fünfziger Jahren gab es eine Untersuchung, ob als nächster Schritt das Fernsehen in Farbe oder in 3D-Darstellung kommt. Und damals war man der festen Überzeugung, dass das Dreidimensionale im Fernsehen wichtiger sei als Farbe. Man hat sich also schon in den fünfziger Jahren mit diesem Thema beschäftigt. Es kam, wie wir wissen, das Farbfernsehen, und bei dem Thema Stereo war eine ganze Zeit lang Ruhe. Jetzt kommt das Thema wieder, natürlich auch getrieben durch den Kino-Markt.
Leiner: Ja, das ist richtig. Inzwischen wird auch Tiefe in die Bildschirme hinein interpretiert, da manche Dinge bereits von einem Auge so verstanden werden. Zwei Augen erkennen den Versatz, Disparität genannt, und daraus errechnet das Gehirn automatisch die Tiefe. Mit einem Auge gibt es jedoch auch eine Menge an Information. Dies sind zum Beispiel Linien, die verschwinden. Na, da geht’s eben nach hinten. Es gibt Schattenwürfe und auch eine zunehmende Blauverschiebung bedeutet Tiefe und Abstand. Es gibt also eine ganze Menge von Hinweisen, die das räumliche Erfahren an 2D-Bildschirmen möglich macht. Stereo fügt dem natürlich noch einen Schub in Richtung Realismus hinzu.
Leiner: Es ist dort schon angekommen. Es gibt bereits Fernsehen am PC, und es wird interaktives Fernsehen geben. Es wird aber auch umgekehrt Surfen am Hauptbildschirm – man kann dann nicht mehr Fernsehgerät sagen – in der Wohnung stattfinden. Man kann in dem Zusammenhang drei plausible Szenarien unterscheiden. Bei ‚Lean Back‘ konsumiert der Anwender nur. Bei ‚Lean Forward‘ kombiniert der User Sehen mit Interaktion. Und ‚Dive Into‘ bedeutet, völlig in eine andere Welt einzutauchen, ähnlich wie bei einem fesselnden Spiel. Es gibt verschiedene Nutzungsszenarien mit verschiedenen Kommunikationsformen, aber es wird immer stärker auf die Interaktion hinausgehen – zuhause, aber auch im öffentlichen Bereich.
Auf der nächsten Seite äußert sich Dr. Leiner über die Verfügbarkeit solcher Displays und die Arbeit von Fraunhofer.
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