Das Display von Morgen

Aus „Fernseher“ wird „Hauptbildschirm“

03.11.2009 | Redakteur: Erwin Goßner

ITB: Sie kennen die technischen Entwicklungen, doch wie schätzen Sie die Bereitschaft des Konsumenten und die Situation von Preisen oder der Verfügbarkeit ein?

Leiner: Sie nennen ein wichtiges Stichwort. Es stellt sich natürlich die Frage, wie viel man bereit ist zu bezahlen. Dies hängt auch stark von der vorhandenen Infrastruktur ab. Ein Endgerät wie ein Bildschirm muss in das entsprechende Applikationsumfeld eingebettet sein. Das heißt, dass der Benutzer oder Kunde nur dann aufspringen und kaufen wird, wenn es attraktive Anwendungen und genormte Formate gibt. Und dann wird er das sofort und sehr schnell tun.

ITB: Sie haben den Film „Minority Report“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle in Ihrer Keynote erwähnt. Als Sie den Film 2002 gesehen haben, war die Gesten-Steuerung von Displays für Sie schon kalter Kaffee?

Leiner: Wir haben damals bereits an diesem Thema gearbeitet, und wir haben es als Bestätigung genommen, an den richtigen Themen zu sein. Wer die Richtung vorgibt, der muss sich immer wieder versichern, in die Richtung zu laufen, in die er die anderen mitnehmen kann – um nicht wissenschaftlich interessante, aber hinsichtlich Markt und Gesellschaft irrelevante Dinge zu tun.

ITB: Muss da der Wissenschaftler und Freigeist etwas zurückstehen?

Leiner: Die Art von Wissenschaft und Forschung, wie Fraunhofer sie betreibt, ist angewandte Forschung. Hauptziel ist es, mit den Ergebnissen in den Markt zu kommen. Das geht natürlich nicht immer, aber ein wesentlicher Anteil wandert in Produkte, Ausgründungen oder Patente. Ich denke, diese Art von Forschung ist ganz wichtig, und sie ist auch in Deutschland besser ausgeprägt und dargestellt als in manchen Nachbarländern.

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