Glasfaserkabel, Transmitter und Receiver

Optische USB-3.1-Kabel bis 400 Meter

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Lindy bietet in seinem „USB-3.1-over-Fiber“-Sortiment anschlussfertige Glasfaserkabel mit integrierten optischen Konvertern.
Lindy bietet in seinem „USB-3.1-over-Fiber“-Sortiment anschlussfertige Glasfaserkabel mit integrierten optischen Konvertern. (Bild: Lindy)

Lindy startet sein „USB-3.1-over-Fiber“-Sortiment mit fünf USB-3.1-Extendern: vier anschlussfertige Glasfaserkabel mit integrierten optischen Konvertern in Längen von 30 bis 100 Meter und ein Transmitter-/Receiver-Paar für Signalreichweiten bis 400 Meter.

Bei USB over Fiber wird das USB-Signal über einen Transmitter in ein optisches Signal umgewandelt und am anderen Ende vom Receiver wieder als USB-Signal ausgegeben. Dies bietet Lindy zufolge den nützlichen Nebeneffekt, dass USB over Fiber, anders als klassische USB-Kabel, nicht für elektromagnetische Störfelder sowie unterschiedliche Spannungspotenziale anfällig sei. Diese Störunempfindlichkeit sei gerade in Hinblick auf industrielle Anwendungen und USB3 Vision* ein Vorteil.

Transmitter/Receiver im Stecker

Bei den vier anschlussfertigen Produkten handelt es sich nach Angaben von Lindy um vorkonfektionierte Kabel in den Längen 30, 50, 70 und 100 Meter, bei denen Transmitter und Receiver im USB-Stecker integriert wurden und das Glasfaserkabel fest mit den Steckern verbunden ist. Bei einem Biegeradius von 8 Zentimetern und einem geringen Gewicht pro Meter seien auch Einsatzmöglichkeiten in Schleppketten und Robotikanwendungen möglich.

Praktisch lasse es sich wie jedes herkömmliche USB-Kabel verwenden, wobei jedoch der Biegeradius bauartbedingt größer sei. Der Transmitter im USB-Stecker wird Lindy zufolge vom PC buspowered versorgt. Die Konverterelektronik in der USB-Buchse an der Geräte- bzw. Kameraseite benötige eine eigene Stromversorgung, die über eine integrierte USB-Micro-Buchse und das mitgelieferte Netzteil erfolge.

Über 400 Meter mit Transmitter und Receiver

Als Alternative zu den anschlussfertigen USB-3.1-Glasfaserkabeln bietet Lindy ein Transmitter-/Receiver-Paar, welches USB 3.1 über selbstverlegte Multimode-Glasfaserkabel übertragen könne. Bei Verwendung eines 50/125-Mikrometer-OM4-Kabels seien Distanzen bis zu 400 Meter möglich. Für kürzere Distanzen sei OM2/3 ausreichend. Der Transmitter erhalte buspowered vom USB-Host Strom. Für den Receiver werde ein Netzteil mitgeliefert – er könne auch angeschlossene USB-High-Power-Devices mit Strom versorgen.

USB-3.1-over-Fiber-Lösungen seien wie herkömmliche USB-Kabel einsetzbar, sie übertragen Lindy zufolge aber ausschließlich SuperSpeed-USB-3.1/3.0-Signale. Treiber seien nicht nötig. Um USB-2.0- oder USB-1.1-Geräte anschließen zu können, werde ein Protokollkonverter wie der Lindy-USB-2.0-Adapter für optische USB-3.0-Kabel benötigt. An diesen könnten dann auch USB-Hubs angeschlossen werden.

*„USB3 Vision“ ist ein auf USB 3.0 aufbauender Standard, der im Februar 2013 von der Automated Imaging Association (AIA) in der Version 1.0 veröffentlicht wurde. Ziel des Standards ist es, USB 3.0 als industrietauglichen Standard in der Bildverarbeitung zu etablieren. In der Zeit vor USB3 Vision hat faktisch jeder Hersteller, teils sogar jedes Modell, seinen eigenen Standard definiert, was dazu führte, dass Software, Steuerung und Bildauswertung stark auf eine bestimmte Kamera zugeschnitten waren.

Technisch nutzt USB3 Vision wiederum den schnittstellenunabhängigen Standard GenICam, der bereits 2008 vorgestellt wurde und auch bei GigE Vision und CameraLink genutzt wird. So bringt mit GenICam beispielsweise jede Kamera ihr eigenes XML-basiertes Device Description File mit sich und auch das Steuerungsprotokoll ist auf ähnliche Weise vereinheitlicht.

Damit wird USB3 Vision zu einem „Standard on the Wire“. Dies bedeutet dass keine herstellerspezifische Software benötigt wird, um eine USB3-Vision-Kamera zu installieren und eine USB3-Vision-Kamera auch keine Firmware vom Host nachladen muss. Ein Computer auf dem die Software zur Bildauswertung installiert ist, kann mit unterschiedlichen Kameras arbeiten.

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