Steve Ballmer klärt Missverständnis auf

Microsoft entwickelt keine eigenen Tablets

07.10.2010 | Redakteur: Harry Jacob

Auf der CES präsentierte Microsoft-CEO Steve Ballmer bereits ein Windows-Tablet, das dann zurückgezogen wurde. Zum Weihnachtsgeschäft soll es aber klappen.

Bei einem Besuch in London kündigte Micrsoft-Chef Steve Ballmer an, es werde zu Weihnachten Windows-Tablets geben. In der Folge machte ein Missverständnis Schlagzeilen.

Es war nur ein kurze Passage aus dem Auftritt von Steve Ballmer bei einem Besuch am Dienstag in der renommierten London School of Economics (LSE), die die Fantasie zahlreicher Journalisten beflügelte.

Gesagt hatte Ballmer: „You‘ll see slates with Windows on them – you‘ll see them this Christmas, and you‘ll see them continue to change and evolve“. Zu deutsch also in etwa: „Sie werden Tablets mit Windows sehen, Sie werden sie an Weihnachten sehen, und Sie werden sehen, dass sie sich verändern und entwickeln“.

Leider wurden aus den Windows-Tablets schnell Microsoft-Tablets, und so entstand die Mär, Ballmer habe iPad-Konkurrenten angekündigt, die der Software-Riese unter eigenem Label auf den Markt bringt.

Die Reporter des Online-Portals V3, die an der Londoner Veranstaltung teilnahmen und sich nicht sicher waren, wie die Aussage von Ballmer zu verstehen waren, fragten dagegen beim Microsoft-Chef nach. Er hatte bei seinem Auftritt seine persönliche E-Mail-Adresse bekanntgegeben, und tatsächlich bekamen die V3-Redakteure Antwort, zwar nur in knappen Worten, aber diesmal unmissverständlich: „Third party hardware and third party networks“. Wer der oder die Hersteller ist/sind bleibt aber noch offen. Hier der Original-Artikel von V3.

Es fehlt an einem Betriebssystem

Dass die Medien wie elektrisiert auf das Thema anspringen, hat einen einfachen Grund: viele Hersteller schickten sich an, dem iPad von Apple Konkurrenz zu machen, doch bis auf wenige Ausnahmen sind die Versuche bislang wenig erfolgreich. Ein bedeutendes Manko sind nicht angepasste Betriebssysteme – und genau an der Stelle könnte Microsoft der Branche endlich den Treibstoff liefern, um dem davoneilenden Kulthersteller Apple auf den Fersen zu bleiben.

Erste Modelle mit Googles Android leiden unter der mangelhaften Unterstützung von Touchscreens, allen voran das aus deutscher Entwicklung stammende Wetab. Die neue Android-Version 2.2 (Froyo), die bereits vier Mal verschoben wurde und eventuell Ende Oktober erscheint, sollte Besserung bringen. Doch hat wohl auch dieses Release noch Mängel, weshalb beispielsweise LG den Start seines Tablets vor wenigen Tagen auf 2011 verschieben musste. Dann soll Android 3.0 (Gingerbread) kommen, das Multitouch-Displays mit größerer Auflösung unterstützt. Samsung will dagegen sein Galaxy auf Froyo-Basis demnächst in die Läden bringen.

Die von Steve Ballmer auf der CES 2010 präsentierten Slates kamen ebenfalls nie auf den Markt – möglicherweise auch deshalb, weil die Hersteller einsehen mussten, dass die bislang verwendete Tablet-PC-Technik zu teuer war. Sie sollten auf einem Microsoft-Betriebssystem basieren. Windows 7 war zu mächtig für eine abgespeckte Hardware, Windows Phone 6.5 technisch veraltet. Einer der Kandidaten, nämlich HP, hat die Strategie vollständig gewechselt: Der IT-Riese hat Palm gekauft, das dort entwickelte smarte Betriebssystem übernommen und entwickelt nun ein Tablet auf WebOS-Basis.

Andere Aspiranten sind Blackberry-Hersteller RIM, der aber ebenfalls erst im kommenden Jahr mit seinem Playbook an den Start gehen will, oder auch Nokia mit Symbian 3, doch an das traut sich noch kein anderer Hersteller heran. Ein Gerät, das tatsächlich zu funktionieren scheint, ist das Dell Streak. Das besitzt allerdings nur ein 5-Zoll-Display und läuft noch auf Android 1.6. Und während die Konkurrenz auf das richtige OS wartet, verkauft Apple sein iPad millionenfach, basierend auf dem selbstentwickelten iOS 4, das ursprünglich für die iPhones entwickelt wurde und nun mit der Hardware „mitwächst“.

Hoffnungsträger Windows Phone 7

Ab kommendem Montag wird Windows Phone 7 im Markt verfügbar sein. Es ist ebenfalls ursprünglich für Smartphones entwickelt worden. Doch wie Steve Ballmer in London bemerkte: „Wir müssen für alle Formfaktoren entwickeln“. So sollte es nicht verwundern, wenn die Entwickler des Redmonder Software-Giganten als „Fleissaufgabe“ auch gleich die Unterstützung für Mini-Tablets integriert haben – oder dies zumindest in den kommenden Wochen nachschieben werden.

Womöglich werden bei der Präsentation von Windows Phone 7 nicht nur Smartphone-Hersteller erste Geräte auf dieser Basis vorstellen, sondern sich auch die ersten Windows-Tablet-Anbieter outen.


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