EMC-Studie

Noch nicht bereit für die digitale Zukunft

| Redakteur: Heidemarie Schuster

Die Digitalisierung nimmt starken Einfluss auf den Alltag.
Die Digitalisierung nimmt starken Einfluss auf den Alltag. (Bild: fotodo - Fotolia.com)

Die meisten Teilnehmer der Studie „Information Generation: Transforming the Future, Today“ glauben, dass die jüngsten technologischen Fortschritte völlig neue Kundenerwartungen nach sich ziehen – bisher können aber nur wenige Unternehmen mit den Entwicklungen Schritt halten.

Die Alltag hat sich verändert – immer mehr hält die Digitalisierung Einzug. Dabei kommt es nicht darauf an, ob wir arbeiten, Sport treiben, lernen, spielen, online einkaufen oder fernsehen. Die EMC-Studie „Information Generation: Transforming the Future, Today“ ergründet den Einfluss der sogenannten Information Generation, einer weltweiten Gemeinschaft digital vernetzter Bürger. Diese sind stets online, im Austausch miteinander und haben jederzeit und an jedem Ort Zugriff auf alle Informationen, die sie benötigen. Die Studie soll die Erwartungen der Information Generation verdeutlichen und die wichtigsten Kriterien für Unternehmen, um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein, identifizieren.

So glauben 96 Prozent der befragten Führungskräfte, dass neue Technologien die Geschäftsprinzipien für immer verändert haben. 93 Prozent sind zudem der Meinung, dass die jüngsten technologischen Fortschritte völlig neue Kundenerwartungen nach sich ziehen. Und fast alle glauben, dass sich diese Entwicklung in den kommenden zehn Jahren noch beschleunigen wird. Vor allem würden Konsumenten derzeit einen schnellen Zugriff auf Services, rund um die Uhr und von überall aus erwarten. Sie möchten mehr mobile Geräte als bisher nutzen und die Services sollen individuell auf ihren persönlichen Geschmack und Bedarf abgestimmt sein.

Transformation der Geschäftsmodelle ist nötig

Angesichts dieser neuen, von der Information Generation getriebenen Herausforderung sind sich die Unternehmen darüber einig, dass eine Transformation ihrer Geschäftsmodelle notwendig ist. Die befragten Wirtschaftsführer haben fünf Erfolgskriterien identifiziert, die zukünftig über ihren Erfolg oder Misserfolg entscheiden:

  • 1. Vorausschauendes Erkennen neuer Umsatzpotenziale
  • 2. Durch Transparenz das Vertrauen der Kunden und Partner sichern
  • 3. Innovationen durch Agilität fördern
  • 4. Personalisierung von Produkten und Dienstleistungen
  • 5. Handeln in Echtzeit

Doch die meisten Führungskräfte geben zu, dass ihre Unternehmen diese von ihnen selbst identifizierten Erfolgskriterien nicht konsequent umsetzen. Auf die Frage, welche der Kriterien sie sehr gut und unternehmensweit erfüllen, antworteten nur 12 Prozent der Befragten, dass sie in der Lage sind, vorausschauend neue Geschäftsmöglichkeiten auszumachen. 14 Prozent sichern sich das Vertrauen ihrer Kunden durch transparentes Handeln, 9 Prozent agieren agil und innovativ. 11 Prozent liefern personalisierte Produkte und Dienstleistungen, 12 Prozent agieren und reagieren in Echtzeit.

Deutsche Unternehmen in der Selbstkritik

Im internationalen Vergleich schätzen die Deutschen die Transformation ihres Unternehmens hinsichtlich der fünf Erfolgskriterien zurückhaltend ein. Zwar sagen 90 Prozent, dass sie vorausschauend nach neuen Geschäftsfeldern suchen – wenn auch nicht unternehmensweit. Gleichzeitig geben aber nur 18 Prozent an, dass sie dies sehr gut machen. Das ist wenig im Vergleich zu 35 Prozent in Australien und 34 Prozent in Brasilien.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Studie

Ähnlich sieht es hinsichtlich Transparenz und Vertrauen aus: 94 Prozent der Führungskräfte sind der Meinung, dass ihr Unternehmen transparent und vertrauensvoll handelt – 17 Prozent, dass es dies sehr gut macht. Die Top-Werte in dieser Kategorie erzielen Mexiko mit 45 Prozent und Brasilien mit 40 Prozent. Schlusslicht Japan erreicht nur sechs Prozent.

Innovativ und agil

Für innovativ und agil halten sich 90 Prozent der deutschen Unternehmen. 16 Prozent denken, dass sie sehr gut darin sind, Innovationen durch Agilität zu forcieren. In Mexiko sind es 32 Prozent, 30 Prozent in Indien und nur acht Prozent in Japan.

19 Prozent der deutschen Führungskräfte sind der Meinung, dass ihr Unternehmen sehr gut darin ist, personalisierte Erfahrungen zu liefern. Das sind weniger als in Südafrika (39 Prozent), aber doch weit mehr als in der Schweiz (sieben Prozent). Insgesamt gaben 81 Prozent der Befragten Deutschen an, ihr Unternehmen biete zumindest teilweise personalisierte Produkte und Services.

82 Prozent der Befragten in Deutschland agieren bereits heute in Echtzeit, 19 Prozent tun dies nach eigener Einschätzung sehr gut. In Mexiko denken das 41 Prozent, in Japan nur neun Prozent.

Big Data

Bis 2020 werden laut Gartner und IDC mehr als sieben Milliarden Menschen mit wenigstens 30 Milliarden Endgeräten 44 Zettabyte an digitalen Daten produzieren.

Unternehmen wissen um den Wert dieser Daten: Im globalen Durchschnitt verwandeln 70 Prozent der Unternehmen ihre Daten in wertvolle Einsichten, doch nur 30 Prozent arbeiten auf Grundlage von Echtzeitinformationen. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) nutzt die Daten nicht effektiv oder hat mit Datenüberlastung zu kämpfen. 49 Prozent kennen den Mehrwert ihrer Daten, können ihn aber nicht umsetzen.

Welche Technologien dem Institute For The Future zufolge die Welt bis 2025 prägen werden, lesen Sie auf der Nächsten Seite.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43353897 / Markt & Trends)