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Laut Apple wurden 90 Prozent der Applikationen überarbeitet. Dabei wurden zum einen die Ressourcenanforderungen optimiert. So kommt Snow Leopard gegenüber dem Vorgänger Leopard mit dem halben Speicherplatz auf der Festplatte aus und ist daher auch in der halben Zeit installiert. Zum anderen wurde der Finder, die zentrale Applikation des Betriebssystems, komplett neu in Cocoa geschrieben. Er ist nun vollständig 64-bittig und wurde um den Scheduler Grand Central ergänzt. Dieser sorgt dafür, dass die Aufgaben parallelisiert verarbeitet werden.
Desweiteren ist das Betriebssystem unter MacOS X 10.6 in der Lage, die Rechenleistung der Grafikkerne auch für andere Aufgaben als die Bilderstellung zu nutzen. Mit Quicktime X wurde eine zentrale Anwendung deutlich verbessert, so dass diese auch im Umgang mit HD-Content schneller arbeitet und das System weniger belastet.
MacOS X 10.6 wird im September erscheinen – und damit voraussichtlich rund einen Monat vor dem Konkurrenzprodukt Windows 7. Apple versucht sich gegenüber dem kommenden Microsoft-Betriebssystem schon jetzt zu positionieren: durchgängige 64-Bit-Unterstützung (wenn die Applikationen darauf abgestimmt sind), Kompatibilität zu Microsofts Mail-Server Exchange (aber erst ab der Version 2007), geringerer Ressourcenverbrauch und ein günstiger Preis sollen die Kunden überzeugen. Je nach Betriebssystem-Applikation kommt Apple auf Geschwindigkeitszuwächse von 50 bis 90 Prozent. Die Preise für Deutschland hat Apple allerdings noch nicht bekannt gegeben. In den USA sollen Updates von Leopard für 29 Dollar erhältlich sein, „Family Packs” für bis zu fünf Macs für 49 Dollar und das Update von Tiger (MacOS X 10.4) zu Snow Leopard für 129 Dollar.
Zusammen mit der Integration von Online-Austauschformaten bei Adressen und Terminen – namentlich CardDAV und CalDAV – sowie der automatisierten Exchange-Erkennung bei den Netzwerkfunktionen kann sich jeder Mac-User komfortabel an dem Mailserver anmelden, genau wie von einem Windows-Client aus – er muss lediglich Server-Namen, Benutzer-Account und sein Kennwort angeben.
Auch die Server-Version kommt im September. Alle Kunden, die jetzt MacOS X Server kaufen, können bei Erscheinen der 10.6er-Version gegen eine geringe Bearbeitungsgebühr updaten. Der reguläre Preis beträgt in den USA 499 Dollar – ohne Begrenzung der User-Zahl. Nach Angaben von Apple sind mit Snow Leopard auf der gleichen Hardware mehr als 100 Prozent höhere SPECsfs-Werte für NFS und CIFS und mehr als 20 Prozent höhere SPECjbb2005-Werte zu erreichen als mit der aktuellen Version 10.5.7 (zu den Details zu der Messung siehe Apples Pressemeldung). Die aktualisierte Liste der enthaltenen Funktionen und Grundlagen hat Apple auf dieser englischsprachigen Seite zusammengestellt.
Eine der wichtigsten Funktionen für geschäftliche Anwendungen ist die Anbindung an den Microsoft Exchange Server 2007. E-Mails, Kontaktdaten und Termine des Exchange-Accounts lassen sich mit Snow Leopard direkt von den Applikationen des Betriebssystems – Mail, Adressbuch und iCal – nutzen. Grundlage ist zum einen die neue E-Mail-Enginge für POP- und IMAP-Accounts, konkret: Apple wechselt von Cyrus, das mit MacOS X 10.3 eingeführt wurde, zu Dovecot. Diese Engine sei absolut standard-konform und aufgrund eines selbst erstellten und verwalteten Indexes deutlich schneller, zuverlässiger und sogar mit Funktionen zur Selbstheilung versehen.
Lesen Sie auf der folgenden Seite mehr zum neuen iPhone-Betriebssystem und der angekündigten Navi-Lösung, auf Seite 3 finden Sie die Beschreibung der neu vorgestellten Hardware.