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Tybussek: Das ist durchaus kein leeres Schlagwort. ERP 3 bedeutet, dass eine Unternehmenslösung vollständig in der „Mitmach-Technologie“ des Web 2.0 – allein in HTML - erstellt wurde. Erst dadurch können auch Unternehmen wirklich zur „connected world“ werden. Wir kennen das ja längst von Plattformen wie Ebay, Youtube, Google oder Facebook. Dort kann man sich seine ganz individuelle Plattformwelt „einrichten“, sich nach Belieben vernetzen und problemlos allerlei Extras einbinden. Nur in der ERP-Welt wird wie eh und je traditionell programmiert. Doch Experten wie der IDC-Analyst Rüdiger Spies sehen schon lange, dass ERP 3 in Form von dynamischen Informationsplattformen seine Schatten voraus wirft. Das geht unserer Meinung nach nur, wenn alles nativ auf dem Browser läuft.
Tybussek: Nur bedingt. Viele vorgeblich moderne Produkte sind in Wahrheit noch verkappte Client-Server-Modelle, die bloß Schnittstellen ins Web bieten. Sie haben Webservices aufgebaut, aber sind gar nicht in dieser Welt drin. Wenn nun Hersteller ihre Altprodukte mit tausenden Webservices anreichern, werden Anbindungen zwar leichter. Aber es bleibt eben „nur“ ERP 2, das durch ein ständiges Springen zwischen Altprogramm und Webservice gekennzeichnet ist. Über den Browser werden da nur Java-Applets geladen. Die Anwendung wird dann mit Hilfe von Middleware auf einen Bildbetrachter des Browsers gelegt. Das ist eine Art Visualisierung, die aber nur Implementierungskosten beim Client spart. So kann man aber nicht wirklich die Vorteile der Austauschbarkeit und Wiederverwendung von Komponenten ausschöpfen. Die SOA reicht auch oft nicht bis in den Kern der Anwendungen, sondern ist nur bei Schnittstellen anzutreffen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zur Funktion und den Besonderheiten eines ERP-3-Produktes.