Doch wie verdient man Geld, wenn man eine Datenbank-Software »verschenkt«? Zum einen, indem Hersteller, die MySQL als Datenbank in einem kommerziellen Produkt verwenden möchten, eine kostenpflichtige OEM-Lizenz erwerben, bei der sich die GPL nicht auf das kommerzielle Produkt weiter vererbt. Doch das trifft das Geschäftsmodell nur am Rande. Sun denkt in langfristigeren Bahnen: Das Unternehmen gibt einer Technologie-Community freie Software und kostenlose Entwicklungsumgebungen sowie technische Unterstützung und schafft so eine breite Nutzerbasis. Dieser Community werden in einem nächsten Schritt Server und Speicherlösungen verkauft.
Die Förderung von Startup-Unternehmen durch subventionierte Hardware schlägt in dieselbe Kerbe: Sun zieht junge Unternehmen auf seine Seite, indem ihnen Kontakt zu Risikokapitalgebern vermittelt und technologische Unterstützung gewährt wird. Die Unternehmen werden größer und umsatzstärker, und irgendwann hat sich Sun einen lukrativen Kunden herangezüchtet. So ähnlich funktioniert auch der LAMP-Ansatz: quasi die Vierfaltigkeit der Web-2.0-Macher. Das Kürzel steht für Linux, Apache, MySQL sowie PHP/Perl/Python und umfasst damit Technologien, die vielen Webseiten aus dem »Mitmach-Netz« zugrunde liegen. Spätestens mit MySQL ist nun auch Sun mit an Bord der Web-2.0-Firmen, die Anfangs alles kostenlos wollen, irgendwann aber eine kritische Größe erreicht haben, ab der sie für Service und Support bare Münze zahlen.
Diesen Ansatz verfolgte MySQL stets parallel zu Sun, weswegen die Unternehmen auch so gut zusammen passen, sind sich Analysten einig. Ursprünglich stammt MySQL von der schwedischen Firma MySQL AB, die weltweit Vertriebsableger hat. Hierzulande war der Datenbank-Hersteller durch eine Vertriebsgesellschaft, die MySQL GmbH, vertreten, die nun in Sun eingegliedert wurde. Die Herkunft des Namens MySQL kann nicht mehr genau rekonstruiert werden. Es wird spekuliert, dass der Name »My« der Tochter des Mitbegründers Monty Widenius vielleicht auch der Ursprung des Namens MySQL sein könnte, in Kombination mit »SQL« als Kürzel für Structured Query Language (Strukturierte Abfragesprache). Widenius entwickelte MySQL im Jahre 1994.
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